Temposünder: Erziehung ohne Strafzettel

Stadt Schwarzenberg will zweites mobiles Display kaufen

Schwarzenberg.

Es gibt Displays, die zeigen zu schnellen Fahrern ein trauriges Gesicht. Fürs Einhalten des Tempolimits werden die Kraftfahrer hingegen angelächelt. So ausgestattet ist die mobile Geschwindigkeitsanzeige der Stadt Schwarzenberg nicht. Sie gibt wider, was gemessen wird. Leuchten die Zahlen rot, weiß der Fahrer, dass er zu viel Gas gegeben hat. Und alle, die das zufällig sehen, wissen das dann auch.

Das Ganze hat einen verkehrserzieherischen Effekt - ohne Strafzettel, ohne Verwarn- oder Bußgeld. "Es wirkt, das ist die Hauptsache", so Stadtrat Christof Dehnel. "Darum sollte diese Anlage flexibler eingesetzt werden, nicht so lange an einer Stelle wie jetzt in Grünstädtel. Es gibt in der Stadt und in den eingemeindeten Orten wohl genug Punkte, an denen sie mal stehen sollte."


Thomas Hahn, Amtsleiter der Finanz- und Ordnungsverwaltung im Rathaus, weiß um die Vorzüge solcher Displays, die fast alle Fahrer tatsächlich dazu bewegen, den Fuß vom Gas zu nehmen. "Der symbolische Zeigefinger, der ja nicht mit finanziellen Konsequenzen verbunden ist, wird eher akzeptiert als ein Blitzer." Zwar sei der Aufwand zum Umsetzen des Displays recht groß, vor allem wegen des Gewichts der Anlage, zu der vier Akkus gehören. "Alle Stadt- und Ortschaftsräte können uns aber Stellen vorschlagen, an denen ein Display gute Dienste in Sachen Verkehrserziehung leisten würde."

2017 kauft die Stadt eine zweite Anlage, kündigt Hahn an. "Im Haushalt sind 3000 Euro dafür reserviert." Pöhlas Ortsvorsteherin Annelore Liebchen hätte sofort Verwendung für das Gerät: "Auf unserer stark befahrenen Ortsdurchfahrt in Höhe der Bäckerei Seifert." Bei einem anderen Problem kann solch ein Display allerdings keine Abhilfe schaffen: Immer wieder nutzen Kraftfahrer in der Schwarzenberger Altstadt verbotenerweise die Zufahrt zum Brunnengraben vom Bahnhofsberg aus - als Abkürzung. Ist am Unteren Tor der Poller oben, wird die Beschilderung am Brunnengraben ignoriert. Einige Unbelehrbare "quetschen" sich mit ihren Fahrzeugen sogar am Poller vorbei und nutzen dazu den Fußsteig. "Da ist nur ein Abstrafen durch die Polizei möglich", erklärt Thomas Hahn. "Wir dürfen nicht in den fließenden Verkehr eingreifen."

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