Terrassenstadt trotzt Tropenwetter

Einmal die Nase in die Gärten und Höfe der anderen stecken? In Buchholz wurde am Wochenende dazu sogar eingeladen. Trotz Hitze ließen sich das viele Sperrguschn nicht entgehen.

Es grünt und blüht: Grit und Jens Iser in ihrer Gartenidylle.

Von Lothar Müller

24 Grundstücke haben am Samstag in Buchholz beim Tag der offenen Höfe und Gärten zum Entdecken und Verweilen eingeladen. Dabei sind das nur die offiziellen Zahlen. "Es machen sicher noch welche mit, die sich nicht gemeldet haben", war sich Jens Iser sicher. Er gehört zur Bürgerinitiative "Pro-Buchholz", dem Ausrichter der nicht alltäglichen Veranstaltung. Das Format hatte am Samstag zum zweiten Mal stattgefunden und war mit viel Aufwand organisiert worden. "Wir sind kein Verein und machen alles ehrenamtlich", betonte der 53-Jährige, der bei der Initiative sozusagen den Hut aufhat.

Anliegen der Veranstaltung ist es vor allem, etwas auf die Beine zu stellen, dabei das Gemeinschaftsgefühl zu fördern und wieder mehr Leben nach Buchholz zu bringen. Am Samstag gab es die Gelegenheit, gärtnerische Kreationen zu bewundern und so manches idyllische Fleckchen zu entdecken. Und Buchholz kann eine ganz besondere Idylle aufweisen. Mit seiner Anlage als Terrassenstadt verfügt der Stadtteil sozusagen über ein Alleinstellungsmerkmal. Die Terrassengärten sind oftmals auf engstem Raum angelegt. "Jeder hat auf seinem Grundstück etwas Besonderes. Hier kann sich jeder Interessent Anregungen holen und Ideen aufgreifen. Abgucken ist ausdrücklich erlaubt", sagte Jens Iser. Von der erfolgreichen Premiere des Tages der offenen Höfe und Gärten vor vier Jahren weiß der Buchholzer, dass die Gäste nicht nur aus der Region, sondern selbst aus Gera und Freiberg in das steil aufsteigende Buchholz kommen. David Eder hatte sich am Samstag aus Chemnitz ins "tropische Erzgebirge getraut", wie er sagte. "Bei der unsäglichen Hitze ist die Tschu-Tschu- Bahn, die zur Rundfahrt einlädt, eine gute Idee", sagte der Chemnitzer, der respektvoll von der Karlsbader Straße in die Höhe schaute. "Die Kosten für die Bahn trägt die Stadt", unterstrich Iser. Dabei betonte er, dass die Initiative seit zehn Jahren besteht, bei allen ihren Veranstaltungen die Stadt mit einbezieht und immer zum Wohle der Stadt arbeitet.

Gleichzeitig konnten sich die Besucher bei den Rundgängen überzeugen, welch große Mühe die Buchholzer aufwenden, um ihre Grundstücke und Gärten ansprechend zu gestalten. Jens Iser hat das Haus in der Waldstraße 1995 gekauft und komplett ausgebaut. Bei der Gestaltung der Außenanlagen steht ihm eine Fachfrau zur Seite. Ehefrau Grit ist gelernte Gärtnerin. "Und sie bringt immer die Blumen angeschleppt", betont der gebürtige Ehrenfriedersdorfer schmunzelnd. www.pro-buchholz.com

0Kommentare Kommentar schreiben