Teurer Umbau in Grundschule verärgert Räte

Bürgermeister wird wegen schlechter Kommunikation in der Sache kritisiert

Elterlein.

37.200 Euro wird die Stadt Elterlein ihrer absoluten Rücklage, der sogenannten Liquiditätsreserve, entnehmen. Das hat der Stadtrat während seiner Sitzung am Montagabend mehrheitlich beschlossen. Benötigt wird das Geld, um den Ausbau des Dachgeschosses der Grundschule zu bezahlen. Normalerweise kein großes Ding. In dem speziellen Fall allerdings schon, da die Gesamtkosten des Umbaus - inklusive Schaffung eines weiteren Klassenzimmers - regelrecht explodiert sind. Eine erste Schätzung war von 75.000 Euro ausgegangen, jetzt stehen rund 170.000 Euro zu Buche.

Stadtrat Joachim Hadlich (AfD) bezeichnete "die Schaffung von Klassenzimmer 11 und 12" als "ungerechtfertigte Verschwendung von Mitteln". CDU-Rat Hans Jürgen Wolf wollte wissen, ob angesichts der Preissteigerung um fast 150 Prozent bei der Planung etwas schief gelaufen ist. Im Zuge der Arbeiten seien Dinge aufgetaucht, die man so nicht auf dem Schirm hatte und die zu der Verteuerung geführt haben, erklärte Bürgermeister Jörg Hartmann (parteilos). Dazu gehöre etwa der Bereich Elektrik. Man sei davon ausgegangen, dass dafür Bestandsschutz gilt. Dem sei aber nicht so gewesen. Stattdessen wurde eine neue Elektrotechnikplanung gefordert. "Auch das Thema Brandschutz hat uns finanziell härter getroffen als erwartet", sagte Hartmann.

Bernd Neukirchner von der Bauverwaltung der Stadt Zwönitz, mit der Elterlein in einer Verwaltungsgemeinschaft zusammenarbeitet, erläuterte die Schritte der Verteuerung. Ausgangspunkt seien 75.000 Euro gewesen. "Nach der Planung waren es 98.000 Euro. Mit der Ausschreibung ging es hoch auf 121.900 Euro und nun sind es um die 170.000 Euro", so Neukirchner.

Für Uwe Gahlert (AfD) ist es nicht nachvollziehbar, dass man dafür keinen in Regress nehmen kann. Siegbert Ullrich (Wählervereinigung "Wir für die Stadt Elterlein") übte offen Kritik an Bürgermeister Hartmann. Ullrich warf ihm vor, dass er zwischendurch immer noch mehr und mehr beauftragt habe, das aber im Stadtrat nicht kommunizierte. "Diesen Vorwurf kann man mir machen. Das akzeptiere ich", entgegnete Hartmann. "Das muss künftig einfach anders werden", forderte CDU-Rat Jörg Seidel.


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