Unsittliche Berührungen bringen Mann vor Gericht

Richter verhängt 1200 Euro Geldstrafe nach sexueller Belästigung

Marienberg.

Ja, er habe die Frau berührt, ihr über den Arm gestreichelt - um sie aufzumuntern. "Ich war zu gutmütig", so der Angeklagte. Ihr Schlafzimmer habe er nie gesehen. Ein Erzgebirger hat sich wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung vor dem Amtsgericht in Marienberg verantworten müssen. Dabei ging es nicht um die Frage, ob er die Taten begangen hat, sondern um die Höhe der Geldstrafe.

Fünf Vorfälle waren dem Mann zur Last gelegt worden. Sie ereigneten sich zwischen Juni und Dezember 2017. Der Mann fasste laut Staatsanwaltschaft der Geschädigten nicht nur an den Arm. Auch den Po und die Brüste berührte er. Weil die Frau ihn anzeigte, wurden Ermittlungen aufgenommen. Es erging ein Strafbefehl - mit einer Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro. Der Mann gestand die Taten. In Hinblick auf die Höhe der Geldstrafe legte er Einspruch ein.

Wie das Verhältnis zur Geschädigten war, wollte der Richter wissen. "Wir waren Kumpels", so der Angeklagte. Er sei häufig in ihrer Wohnung gewesen, um sie zu unterstützen und habe ihr sogar kleinere Summen Geld geliehen. Mehrfach suchte der Mann darüber hinaus ihre körperliche Nähe, obwohl sie dies offenbar nicht in der erhofften Weise erwiderte. Trotz Geständnisses bemühte er sich vor Gericht, sein Verhalten zu relativieren: "Ich habe sie zweimal nach Böhmen gefahren. Da hätte ich sie vernaschen können, habe ich aber nicht."

Das Gericht legte dem Mann zur Last, dass er gleich mehrfach die Geschädigte sexuell belästigte. Strafmildernd wurden das Geständnis und die fehlenden Vorstrafen gewertet. Auch die finanzielle Situation des Mannes, der in der Vergangenheit auch von Gelegenheitsarbeiten lebte, kam zum Tragen. So verhängte der Richter letztlich eine Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro. Gegen das Urteil können Rechtsmittel eingelegt werden. Ob ihr Mandant auf diese Möglichkeit zurückgreifen will, ließ die Anwältin auf Nachfrage von "Freie Presse" zunächst offen. "Wahrscheinlich nicht", ergänzte sie.

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