Unternehmer erneut im Fokus von Betrügern

Sogenannte Zentrale für Datenschutzauskunft fordert fast 1500 Euro ein

Annaberg-Buchholz/Bad Homburg.

Gudrun Melzer vom Geschäft Erzgebirgische Heimatkunst in Drebach hat alles richtig gemacht. Als bei ihr am Dienstag ein Fax der Datenschutzauskunft-Zentrale ins Haus flatterte, war ihr sofort klar, dass es sich dabei um eine neue Betrugsmasche handeln muss. Das schlussfolgerte Gudrun Melzer, nachdem sie das Kleingedruckte gelesen hatte.

Darin werden Gewerbetreibende aufgefordert, das beigefügte Formular auszufüllen und umgehend zurückzufaxen. Wer sich darauf einlässt, schließt einen auf drei Jahre festgelegten Vertrag ab, für den jährlich 498 Euro zu berappen sind. Doch wofür eigentlich? Laut Kleingedrucktem umfasst die Gegenleistung Informationsmaterial zur am 25. Mai in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung, ausfüllbare Muster, Formulare und Anleitungen zur Umsetzung der Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung. Viel Papier also für knapp 1500 Euro.

Für Peter Solf, Geschäftsführer des in Bad Homburg ansässigen Deutschen Schutzverbandes gegen Wirtschaftskriminalität (DSW), ist das ein klarer Betrugsversuch, der sich gegen Gewerbetreibende, kirchliche Einrichtungen sowie Vereine richtet. Die Masche, die dahinter steckt, sei allerdings nicht neu. So erhielten Gewerbetreibende vor ein paar Jahren ähnlich offiziell anmutende Faxe, bei denen es um den Eintrag ihres Unternehmens in ein Branchenverzeichnis ging. "Leider fällt ein gewisser Prozentsatz der angeschriebenen Gewerbetreibenden immer wieder auf derlei Betrügereien rein", so Solf.

In dem speziellen Fall rät er allen, die ein solches Fax erhalten haben, einfach nicht zu reagieren. Betroffene sollten die Sache allerdings ihrem Berufsverband melden und auch bei der Polizei eine Anzeige erstatten. Der DSW seinerseits habe bereits die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, sagt Solf. Und man wisse mittlerweile, dass das sogenannte Unternehmen Datenschutzauskunft-Zentrale überhaupt kein Gewerbe angemeldet hat.

Laut Solf seien in der Vergangenheit immer wieder einmal Täter mit solcher Art Betrügereien vor Gericht gestellt und verurteilt worden. Man müsse die Leute, von denen meist nur eine Bankverbindung bekannt ist, dafür aber erst einmal fassen.

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