Unternehmer plant Bau eines "Erlebnisdorfs"

Nahe dem Seiffener Skilift sollen neue Übernachtungsmöglichkeiten entstehen. Der Gemeinderat heißt die Idee gut. Bedenken gibt es in Sachen Anwohner und Naturschutz.

Seiffen.

Gerade erst hat die Stiftung Wolfgang K. Werner Pläne für einen Ausbau der Seiffener Binge öffentlich vorgestellt. Trotz geteiltem Echo im Ort haben die dort geschilderten Zukunftsszenarien für Gesprächsstoff gesorgt: Wie entwickelt sich das traditionelle Handwerk im Ort in den kommenden Jahren? Und wirkt sich ein Rückgang negativ auf Seiffen als Touristenziel aus?

Ein Unternehmer aus Hilmersdorf will nun ein Zeichen setzen und entgegen jenen Mutmaßungen investieren - in ein neues "Erlebnisdorf", das in der Nähe des Skilifts an der Straße Am Reicheltberg entstehen soll. Matthias Lorenz plant, am oberen Ende neue Übernachtungsmöglichkeiten sowie einen Spielplatz für Kinder zu bauen. Das Ganze soll im rustikalen Stil aufgezogen werden, angelehnt an ein altes Bauernhaus, das einst dort gestanden hat, aber durch einen Brand zerstört wurde.

Das Problem bisher: Es gibt in dem Bereich noch keinen Bebauungsplan. In der vergangenen Sitzung haben die Seiffener Gemeinderäte daher einen ersten Schritt gemacht, um den Bau zu ermöglichen: Einstimmig votierten die Räte für einen Aufstellungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Das bedeutet: Die Pläne für das Vorhaben können nun konkretisiert und Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange eingeholt werden. Gibt es keine Vorbehalte, kann der Bau beginnen.

Lorenz war in der Gemeinderatssitzung selbst vor Ort und erklärte die Idee: Ein Hauptgebäude soll entstehen, daran angegliedert werden drei Ferienhäuser mit einer Kapazität von insgesamt 30 Betten. In dem Haupthaus sind zudem eine Spielscheune mit Spielmöglichkeiten im Innen- und Außenbereich für Kinder sowie ein Wellnessangebot geplant. Das Ganze soll eine ganzjährige Offerte für alle Generationen werden. "Wir sind der Meinung, Seiffen kann noch viele Betten gebrauchen", so Lorenz. Seine Analysen hätten ergeben, dass das Vorhaben erfolgversprechend ist. Der Tourismus in Sachsen und im Erzgebirge erlebe derzeit durchaus ein Wachstum.

Ganz einfach dürfte das Vorhaben allerdings nicht werden, darauf verweist das zuständige Planungsbüro. Der Baugrund liegt im Außenbereich und in Waldnähe. Darauf wies in der Sitzung auch die Seiffener Gemeinderätin Gerlinde Einbock (CDU) hin. "Es betrifft den Naturbereich", sagte sie über die Baupläne und äußerte Bedenken. Auch stelle sich die Frage, ob durch den Bau und entsprechenden Lastenverkehr Anwohner im unteren Straßenbereich beeinträchtigt werden.

Wie konkret der Bau abläuft, ob Ersatzflächen geschaffen beziehungsweise renaturiert werden und wann es losgeht, steht allerdings noch nicht fest. Zumal zunächst noch die Stellungnahmen abzuwarten sind. Abseits davon zeigte sich Seiffens Bürgermeister Martin Wittig (CDU) aber erfreut: "Es ist gut zu sehen, dass Seiffen für neue Investitionen attraktiv ist."

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