Verein hofft auf internationales Baucamp und mehr Normalität

Obwohl die Corona- Pandemie eine geplante Aktion des Help-Vereins in 2020 ausgebremst hat, gibt es kaum Bauverzug beim Ausbau des Buchholzer Standorts.

Annaberg-Buchholz.

Mehr als 1000 Stunden Eigenleistung sind im Jahr 2020 beim Ausbau des neuen Domizils des Vereines Help in Annaberg-Buchholz zusammengekommen. Denn der Verein verfolgt dort ein ehrgeiziges Ziel: Ein mehrstöckiges Gebäude im Herzen von Buchholz wollen die Mitglieder zu einem neuen Standort umbauen. Der Hauptsitz des Help-Vereins bleibt aber in Lößnitz. Mit den Büros in Buchholz sollen lediglich Wege kürzer werden, da sich die Aktivitäten auch Richtung Marienberg ausgedehnt haben. Buchholz soll sich zu einem wichtigen Standort für den Verein entwickeln, der sich unter anderem in der Kinder- und Jugendarbeit, aber auch in der Flüchtlingshilfe engagiert.

Im September 2020 war wie schon in vorangegangenen Jahren ein internationales Baucamp geplant. Der Verein hatte damit in der Vergangenheit gute Erfahrungen gesammelt. Sehr effektiv seien die Tage gelaufen, mit großen Schritten seien die Teilnehmer 2019 vorangekommen. 2020 sollte der Putz von den Wänden gehakt, also die Entkernung in den oberen Geschossen vorangetrieben werden. Dort sollen recht bald Büroräume bezogen werden. Doch die Corona-Pandemie bremste den Help-Verein aus. An ein Camp mit internationaler Beteiligung war nicht zu denken. Um den dadurch drohenden Baurückstand zu kompensieren, organisierte Teamleiter Johannes Bräuer, in dessen Händen die Verantwortung für den Um- und Ausbau liegen, gleich mehrere Arbeitseinsätze. "Insgesamt sind 14 Einsatztage als Ersatz für das Baucamp zusammengekommen", so Bräuer. Vergeblich hatte er in Schulen der Region die Werbetrommel für das Baucamp gerührt. "Leider hat sich niemand gemeldet, um neue Erfahrungen bei uns zu sammeln", bedauert der Teamleiter.

So konnte er nur auf die eigenen Mitarbeiter und Mitglieder zugreifen, die gleichermaßen angepackt haben. "Der feste Stamm ist nicht allzu groß", sagt Johannes Bräuer und verweist auf zwei bis drei Helfer, die regelmäßig mit anpacken. Trotz des Baucamp-Ausfalls fällt das Resümee sehr positiv aus. "Es gibt nur einen geringen Bauverzug und das ist schon bemerkenswert", sagt Felix Hadlich, Bauplaner aus Wiesa. Dieser Verzug sei der aktuellen Situation geschuldet. Die meisten Firmen seien längst auftragsmäßig über dem Limit. Allein im Jahr 2020 benötigte der Help-Verein etwa sieben Gewerke. Dazu gehörten beispielsweise Tischler, Fußbodenleger, Trockenbauer und Steinmetz. Positiv ist, dass die Kosten im Plan liegen und nicht explodiert sind. Etwa 300.000 Euro kostet das Gesamtvorhaben. Fördermittel sowohl von der Sächsischen Aufbaubank als auch von der Stadt gibt es dafür. "Zudem haben wir einige Sponsoren, sonst könnten wir uns das als Verein gar nicht leisten", so Bräuer.

Gestartet war das Bauprojekt 2017. Ein Jahr später musste zunächst das Dach des alten Gebäudes dicht gemacht werden. Dort gab es eine böse Überraschung, denn das Gebälk war vom Schwamm befallen. "Da hatten wir zusätzlichen Sanierungsbedarf", so Bräuer. 2019 folgten die Arbeiten in Keller und eine barrierefreie Ladenetage mit behindertengerechter Toilette und Zugang für Rollstuhlfahrer. Dort soll ein Treffpunkt entstehen und es sollen Secondhand-Waren zum Mini-Preis weitergegeben werden. "2020 war der Bauabschnitt Büroetagen dran", so Bräuer.

In diesem Jahr soll eine Wohnung ausgebaut werden. Zudem hoffen die Mitglieder, dass 2021 auch wieder ein internationales Baucamp durchgeführt kann. "Wir hoffen, wie alle, auf mehr Normalität", sagt Teamleiter Bräuer.

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