Verein will Millionenprojekt unter der Erde stemmen

Der Markus-Röhling-Stolln in Frohnau soll einen Rundgang erhalten. Geplant ist, die Besucherstrecke um 265 Meter zu erweitern. Eine Hürde muss dafür aber noch genommen werden.

Annaberg-Buchholz.

Im Markus-Röhling-Stolln wird die bergmännische Bezeichnung "in den Berg einfahren" wörtlich genommen. Dazu steht eine Grubenbahn bereit. Rund 600 Meter bringt sie die Besucher unter Tage, zum Ausgangspunkt der einstündigen Führung. Dabei müssen die Gäste etwa 500 Meter zu Fuß zurücklegen. In Zukunft sollen weitere 265 Meter hinzukommen. Der Verein Altbergbau "Markus-Röhling-Stolln" Frohnau als Bergwerks-Betreiber hat ehrgeizige Pläne.

Konkret ist vorgesehen, einen Rundgang zu schaffen. Damit ist das Ziel verbunden, Besuchergruppen in kürzeren Abständen durch das Bergwerk zu führen. Im Moment ist das nicht möglich. Befindet sich eine Gruppe etwa im Bereich des 9 Meter hohen Kunstrades, muss die folgende warten, bis erstere wieder zurück Richtung Grubenbahn ist.

Um die Pläne umzusetzen, ist bereits jede Menge Vorarbeit nötig gewesen. Die war zunächst überwiegend theoretischer Natur. So galt es, einen Fördermittelantrag mit allen dazugehörigen Genehmigungen zu erstellen. "Dieses rund 1,3 Kilogramm schwere Werk liegt nun vor", erzählt Marc Schwan. Damit er als Vereinschef dann auch tatsächlich den Zuwendungsbescheid irgendwann in den Händen halten kann, muss zuvor aber noch eine wichtige Hürde genommen werden. Das ist der Annaberg-Buchholzer Stadtrat. In seiner Sitzung am heutigen Donnerstagabend liegt ihm eine sogenannte Patronatserklärung vor, die er beschließen soll. Passiert das, bürgt die Kreisstadt als Grundstückseigentümer quasi für sämtliche Fördermittel, die dem Verein zur Erweiterung des Besucherbergwerkes ausgereicht werden. Dabei geht es laut Oberbürgermeister Rolf Schmidt um 1,1 Millionen Euro. Weitere 100.000 Euro steuere der Verein als Eigenmittel bei, sodass am Ende ein Gesamtvolumen von 1,2 Millionen steht, sagt Schmidt.

Marc Schwan hofft, dass nach der Sommerpause mit den Baumaßnahmen begonnen werden kann, die bei laufendem Betrieb stattfinden sollen. Dazu gehört zunächst das Beräumen von rund 100 Metern einer alten Wismutstrecke. Anschließend müssten etwa 25 Meter komplett aufgefahren werden. Fertiggestellt sein soll alles gut ein Jahr später.

Die Stadtratssitzung am heutigen Donnerstag beginnt 18 Uhr im Annaberger Rathaus.

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