Verstopfte Sehma ärgert Grundstücksbesitzer

Angespülter Müll und Wurzelwerk sorgen für eine Änderung des Flussverlaufes. Weitere Probleme drohen. Die Flussmeisterei sieht aber keinen Handlungsbedarf.

Thermalbad Wiesenbad.

Im Bereich der Zschopautalbrücke ist der Fluss Sehma für Passanten kaum zu finden. Er ist umsäumt von dicht bewachsenen Hängen und abgezäunten Bereichen. Und eben in diesem Bereich liegt ein großes Ärgernis. Das Grundstück von Herrn S. (Name der Redaktion bekannt) liegt direkt an der Sehma in der Ortslage Schönfeld. Dazu gehört auch das sogenannte Schefflerwehr nahe der Zschopautalkreuzung.

Eben der Fluss Sehma bereitet ihm nun Sorgen. Verklausungen, also Verstopfungen des Flusses, führen seiner Ansicht nach zu Änderungen des Flussverlaufes. Das Ergebnis: einer Baumgruppe auf seinem Grundstück werden die Wurzeln freigeschwemmt. Ein Problem, dass der Grundstücksbesitzer nach eigenen Angaben schon vor zwei Jahren an die Behörde herantrug.

"Wie die Erfahrungen zeigen, kippen die Bäume dann bei einem kräftigen Windstoß einfach um, da ihr Wurzelwerk erodiert ist", beklagt sich der Grundstücksbesitzer in einem Brief an die Flussmeisterei Annaberg, der auch der "Freien Presse" vorliegt. Weiterhin bemängelt er einen quergelegten Balken auf dem Schwemmkegel unterhalb der Talstraßen-Brücke. Dort sammeln sich nun von Zeit zu Zeit diverse Plastikartikel an.

Laut Berit Schiefer, Bürgermeisterin von Thermalbad Wiesenbad, in deren Zuständigkeitsbereich das Grundstück am Gewässer zumindest örtlich fällt, handelt es sich bei der Sehma um ein Gewässer erster Ordnung. Daher sieht sie die Zuständigkeit nicht bei der Gemeinde Thermalbad Wiesenbad, sondern beim Landestalsperrenamt oder der Flussmeisterei.

Diese Behörden zeigen sich zwar zuständig, sehen vorerst aber keinen Handlungsbedarf. "Die Verklausung ist der Landestalsperrenverwaltung bekannt. Sie stellt jedoch keine Besonderheit dar, weil sie außer Orts liegt und keinen Einfluss auf schützenswertes Gut der Allgemeinheit hat", heißt es aus der Behörde, der der Grundstücksbesitzer wohl bekannt ist.

Dieser schlägt den Behörden gleich drei Möglichkeiten vor, wie seinem Ärgernis vonseiten der Flussmeisterei oder der ihr übergeordneten Landestalsperrenverwaltung beizukommen sei.

Das wäre einerseits der Bau von Gabionen und Faschinen, die das Ufer der Sehma stützen würden, oder auch eine Aufrauung des Flussufers. Beide Verbau- bzw. Ufersicherungsmaßnahmen kommen jedoch nicht zur Anwendung. Die Landestalsperrenverwaltung schlägt die Vorschläge nieder.

"Die Sehma entwickelt sich in dem angesprochenen Abschnitt natürlich und weist einen für die Sehma seltenen natürlichen Charakter auf. Technische Arbeiten stehen in diesem Fall den Zielen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie entgegen. Außerdem dienen sie nicht dem Wohl der Allgemeinheit und sind damit auch volkswirtschaftlich nicht vertretbar, weil sie Steuergelder verschlingen", teilt das Amt mit. Das Problem von Herrn S. bleibt also vorerst bestehen.

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