Volles Rohr auf 125 Kilometern

Traditionsveranstaltung hat wieder Status eines deutschen Meisterschaftslaufs - 94 Fahrer aus zwölf Nationen am Start - Elf Wertungsprüfungen in sechs verschiedenen Orten - Kurvenreiches Neuland in Gornau - Vorbereitung läuft seit einem Jahr

Stollberg.

"Bei einer Rallye geht es zu wie im richtigen Leben - die Frau gibt den Ton an", antwortet Ruben Zeltner leicht lächelnd auf die Frage, ob ihm seine Frau Petra auch beim Autofahren Kommandos gibt. Ohne Respekt, Harmonie und die Gewissheit, sich hundertprozentig auf den Partner verlassen zu können, funktioniere es nicht, sagt Zeltner. Und er fährt gut damit, sehr gut sogar. 2014 und 2015 gewann der gebürtige Schwabe die Deutsche Rallye Meisterschaft (DRM). Zudem stand Zeltner, der seit 1999 Chef des Fahrsicherheitszentrums am Sachsenring ist und in Lichtenstein im Zwickauer Land wohnt, neunmal bei der Rallye Erzgebirge ganz oben auf dem Siegertreppchen. Ehrensache, dass der 59-Jährige morgen Abend zum Auftakt der 55. ADMV-Rallye Erzgebirge in Stollberg von der Startrampe rollen wird. Als Co-Pilotin fungiert in bewährter Weise Ehefrau Petra Zeltner.

Angesprochen auf einen möglichen zehnten Gesamtsieg, tritt Zeltner jedoch dezent auf die Bremse. Es mache zwar riesigen Spaß, mit dem Porsche 997 GT3 Rallye zu fahren, doch technisch längst nicht mehr auf dem aktuellen Stand, sei das Auto den neuesten R5-Boliden deutlich unterlegen. Mit dem Peugeot 208 R5 von Marijan Griebel (Startnummer 1) und dem Skoda Fabia R5 von Dominik Dinkel (2) sind gleich zwei der aktuell schnellsten Kundensportautos am Start. Übertroffen werde die R5-Klasse nur noch von den Geschossen aus der Rallye-WM. Dafür dürfte das "brüllende Zebra", wie der Porsche des Ehepaars Zeltner in Anlehnung an Klang und Lackierung genannt wird, in der Gunst der Fans an erster Stelle stehen.

94 Teilnehmer aus zwölf Nationen gehen bei der Rallye Erzgebirge, die in diesem Jahr wieder das Prädikat eines Laufs der Deutschen Rallye-Meisterschaft trägt, ins Rennen. Die fast 450 Kilometer lange Schleife führt durch alle vier Altkreise des Erzgebirgskreises. Wertungsprüfungen (WP) werden in Jahnsdorf und Stollberg sowie in Stützengrün, Oberdorf, Gelenau und erstmals auch in Gornau ausgefahren. Dabei kommen etwa 125 gewertete "Vollgas-Kilometer" zusammen. Start und Ziel befinden sich in Stollberg, wo am Samstagabend im "Art & Event Kulturschlachthof" Siegerehrung und After-Race-Party steigen.

Dort möchte auch Carsten Mohe die Korken knallen lassen. Der Crottendorfer kennt die Rallye Erzgebirge wie kein anderer. "Es ist einfach etwas Besonderes, in der Heimat vor so vielen Zuschauern, Fans und Bekannten zu fahren. Die Rallye hat für mich einen hohen Stellenwert und ich freue mich, dass sie zurück in der DRM ist", sagt Mohe, der seit 1993 Stammgast ist und sie schon zweimal als Gesamtsieger beenden konnte. Wie Zeltner ist der 45-jährige Autohausbesitzer aus Crottendorf mit einem geschichtsträchtigen Fahrzeug am Start - mit seinem Siegerauto von 2000: einem Renault Megane Maxi.

In einem für ihn noch völlig unbekannten Kfz sitzt dagegen Sepp Wiegand. Eigentlich wollte der ehemalige Werksfahrer in einem Skoda Fabia R5 starten, aus Budgetgründen sei es aber "nur" ein Opel Adam R2 geworden - eine "neue Herausforderung mit Überraschungseffekt", so der Zwönitzer vor seinem erst zweiten Rallye-Einsatz in diesem Jahr. "Wichtig ist für mich, dass ich mich in der Heimat meinen Fans und Sponsoren präsentieren kann, egal mit welchem Fahrzeug", betont der 27-Jährige.


Starter aus der Region

# 4 Ruben Zeltner/Petra Zeltner (Lichtenstein) Porsche 996 GT 3

# 5 Carsten Mohe/Alexander Hirsch (Crottendorf/Tannenberg), Renault Megan Maxi

# 7 Sepp Wiegand/Anne Stein (Zwönitz/Wutha-Farnroda) Opel Adam

# 18 Ulf Linnbach/Nicole Linnbach (Hohndorf b. Oelsnitz) Porsche 996

# 28 Mario Kunstmann/Heiko Langer (Grünhain-Beierfeld/Zwickau) Mitsubishi Lancer Evo 7

# 58 Rico Sonntag/Julia Burkhardt (Mülsen) Honda Civic Type R

# 59 Torsten Brunke/Paul Stöckel (Oderberg/Gelenau) VW Golf III

# 67 Hans-U. Zacher/Katrin Gräbner (Neugersdorf/Gersdorf) Ford Escort

# 71 Toni Mosel/Eric Fiedler (Neuwürschnitz/Oelsnitz) Renault Twingo

# 72 Andreas Schramm/Eric Beck (Schneeberg/Schwarzenb.) VW Polo

# 73 Bernd Knote/Frank Knote (Kirchberg/Zwickau) Citroën DS 3

# 74 Torsten Reimann/Christian Stützer (Breitenbr./Treffurt) Suzuki

# 75 Matteo Müller/Philipp Hutzler (Zwickau/Crottendorf) Citroën DS 3

# 76 Christian Djoleff/Rico Wächtler (Augustusburg/Chemnitz) Suzuki

# 77 Tina Wiegand/Natalie Kafka (Zwönitz/Neunkirchen) VW Lupo

# 78 Mike Knorn/Jens Krajewski (Neumark/Jahnsdorf) Trabant

# 79 Thomas Grimm/Aaron Jungnickel (Neukirchen/Chemnitz) Trabant

# 80 Michael Schröder/Dominik Romainczyk (Bad Schlema/Schneeberg) Trabant

Historic Rallye

# 102 Marcel Schorsch/Wolfgang Zimpel (Drebach/Gornsdorf) Wartburg 353

# 103 Elio Habet/Steve Grabner (Stollberg) Wolga WAS 21074

# 104 Andreas Habet/René Gräbner (Stollberg) VW Golf II GTi

# 105 René Lindhofer/Hans-P. Lemberger (Zwickau/Lugau) Opel Corsa

# 108 Sebastian Kunze/Loreen Kämpfe (Oberlungwitz) Opel Kadett

# 109 Dominic Gräbner/Phillip Hübner (Stollberg/Chemnitz) VW Golf II

# 110 Roy Kunz/Andrea Stelzer (Gornsdorf/Auerbach) Opel Kadett


Meisterschaften

Bei der Rallye geht es in folgenden Meisterschaften um Punkte:

Deutsche Rallye Meisterschaft

Stand nach 6 von 8 Läufen: 1. Dinkel/Fürst (Skoda Fabia R5) 114 Punkte, 1. Griebel/Rath (Peugeot 208 T16 R5) 114, 3. Riedemann/Wenzel (Skoda Fabia R5) 83, 4. Schwedt/Gerlich (Peugeot 207 S 2000) 73, 5. Gassner jun./Mayrhofer (Toyota GT 86 R3) 41

ADAC Rallye Masters

Stand nach 6 von 8 Läufen: 1. Drüge/Stengl (Suzuki Swift) 108 Punkte,

2. Rostek/Braun (Mitsubishi Lancer EVO 10) 90, 3. Gassner jun./Mayrhofer (Toyota GT86 CS-R3) 87, 3. Ritschel/Kasper (Suzuki Swift) 87, 5.Just/Türk (Citroën C2 R2 Max) 78

ADAC Opel Rallye Cup

Stand nach 6 von 8 Läufen: 1. Lundberg/Arhuisander (Schweden) 239, 2.Munster/Jalet (Belgien) 172, 3. Delhez/Bollette (Belgien) 141, 4. Volver/ Madissoo (Estland) 135, 5. Knacker/ Flores-Trigo (Deutschland) 94

Außerdem: ADMV Rallye Meisterschaft, ADMV Rallye Pokal, Sächsische u. Thüringische Rallye Meisterschaft, ADMV Historic Rallye Cup


Zeitplan* der 55. ADMV-Rallye Erzgebirge

Donnerstag

17.15 bis 19.15 Uhr: Test- und Einstellfahrten (Shakedown), Jahnsdorf/OT Pfaffenhain, Gewerbegebiet Fabrikstraße (Firma Abus)

Freitag

19.00 Uhr: Start Stollberg/Simmel-Markt

19.28 Uhr: Wertungsprüfung (WP) 1 Jahnsdorf (6,30 km)

19.56 Uhr: WP 2 Stollberg (5,67 km) 21.21 Uhr: WP 3 Jahnsdorf

Samstag

8.25 Uhr: WP 4 Stützengrün (13,53 km)

9.21 Uhr: WP 5 Oberdorf (14,93 km)

11.50 Uhr: WP 6 Stützengrün

12.46 Uhr: WP 7 Oberdorf

15.02 Uhr: WP 8 Gelenau (10,28 km) 15.33 Uhr: WP 9 Gornau (12,03 km)

18.02 Uhr: WP 10 Gelenau

18.33 Uhr: WP 11 Gornau (Power Stage)

19.25 Uhr: Ziel Stollberg/Simmel-Markt

* Zeiten vorbehaltlich auf den ersten Teilnehmer des Bestzeitenfeldes

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