Vollmondkamp: Wo Orgelpfeifen auf elektronische Musik treffen

Am Samstag findet das Open-Air-Festival in Scheibenberg zum 15. Mal statt. Die Idee dazu hatte Patrick Weigel. 2004 wurde an der spektakulären Kulisse zum ersten Mal zu Techno, House und Hip-Hop gefeiert. Doch warum zog es den Veranstalter ausgerechnet in die Bergstadt?

Scheibenberg.

Normalerweise hört man auf dem Scheibenberg im Sommer vor allem eins: Vogelgezwitscher. Na gut, da gibt es auch noch die ein oder andere Sportveranstaltung, bei der Motorengeräusche nicht zu vermeiden sind. Doch prinzipiell geht es auf dem Berg beschaulich zu. Zu den wenigen Ausnahmen gehört das Vollmondkamp. Seit 2004 findet das Open-Air-Festival an den Orgelpfeifen statt. In diesem Jahr fällt die Party aber noch etwas größer aus. Grund: Bereits zum 15. Mal heizen bekannte DJs dem Publikum ein.

Initiator und Veranstalter des Vollmondkamps ist Patrick Weigel. Der Enddreißiger hat 1997 als DJ angefangen. Er organisierte Partys und eröffnete schließlich seinen ersten Club in Aue. Auch in Annaberg-Buchholz betrieb er lange die Jukebox, in der vor allem elektronische Musik zu hören war. Heute ist er der Betreiber des Monkey in Schwarzenberg und Veranstalter des Vollmondkamps. "Ich wollte damals ein Open-Air-Festival machen", erklärt der Erzgebirger. Auf der Suche nach der passenden Location stieß er auf den Scheibenberg, konkret den Platz mit Blick auf die bekannten Basaltsäulen. "Einzigartig", sagt Patrick Weigel. Und dazu auch noch zentral zwischen Aue/Schwarzenberg und Annaberg-Buchholz gelegen. Die Entscheidung für Scheibenberg war gefallen.

Zur ersten Auflage kamen gleich etwa 1000 Besucher. Ein voller Erfolg. Eine Eintagsfliege sollte das Vollmondkamp nicht bleiben. Jedes Jahr im Sommer treffen seitdem für eine Nacht Techno-Beats und andere Musikrichtungen auf die Orgelpfeifen.

Das Besondere an dem Festival ist, dass sich regionale Künstler eine Bühne mit nationalen und internationalen Topacts teilen. Zur Jubiläumsausgabe kommt beispielsweise Dr. Motte. Der DJ gehört zu den Begründern der Loveparade. Auch das DJ-Duo Ostblockschlampen, Harris, Fux & Hase und viele mehr werden auf den Bühnen des Festivals stehen. Es sei "das größte und spektakulärste Line-Up" in der Geschichte des Vollmondkamps. In vier Bereichen (Floors) kann gleichzeitig zu unterschiedlicher Musik getanzt und gefeiert werden. Dabei sollen aber nicht nur Fans der elektronischen Musik auf ihre Kosten kommen. Auch Hip-Hop und Partymusik stehen auf dem Programm.

Seit Monaten laufen die Vorbereitungen. Künstler müssen gebucht , Konzepte erarbeitet und Plakate gestaltet werden. Unterstützt wird Weigel bei all dem mittlerweile von Toni Kraus ("Tattoos", "Sommerregen"). Er hatte zum Beispiel die Idee, zum Jubiläum eine spezielle Box herauszugeben. Darin enthalten: ein goldenes Jubiläumsticket, Turnbeutel, Festivalbändchen und vieles mehr. "Das Jubiläum sollte haptisch werden", erklärt Toni Kraus.

Organisatorisch sei das Event eine Mammutaufgabe, sagt Patrick Weigel. Doch der Spaß bei den Vorbereitungen komme nicht zu kurz. Schon allein das Ambiente des Ortes sei toll. Und das saugen Weigel und seine Helfer schon beim Aufbau ein. Zum Vollmondkamp gehöre eben auch, während der Aufbautage, an denen Weigel übrigens sogar auf dem Berg übernachtet, um alles zu bewachen, am Abend gemeinsam in der Blockhütte zu sitzen und Filme zu schauen. Denn eins sind die Tage vor dem Festival auf jeden Fall: lang. Das ändert sich auch am Samstag nicht. Der Einlass beginnt 21 Uhr. Das Ende ist für 6 Uhr morgens am Folgetag gesetzt. Zu dieser Zeit dürfte der Mond den Platz am Himmel schon wieder mit der Sonne getauscht haben.

Das 15. Vollmondkamp findet am Samstag statt. Den Ablaufplan sowie weitere Infos gibt es im Internet. Standardtickets kosten im Vorverkauf 15, an der Abendkasse 19,90 Euro. www.vollmondkamp.com

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