Vom Bergmann und vom Licht

Oliver Kaufmann aus Bärenstein hat für den MDR eine Dokumentation mit dem Titel "Von der Sehnsucht nach dem Licht" gedreht. Die Familie Rockstroh aus Ehrenfriedersdorf spielt darin die Hauptrolle. Die Vorpremiere auf dem Sauberg war ein voller Erfolg.

Ehrenfriedersdorf/Bärenstein.

Keine Zeit im Jahr ist im Erzgebirge so sehr mit Traditionen behaftet wie die Weihnachtszeit. Lichterengel. Bergmänner, Schwibbögen, Pyramiden - in der Adventszeit erstrahlt die gesamte Region in einem Lichtermeer. Dass das nicht von ungefähr kommt und direkt mit der Historie zu tun hat, erzählt die MDR-Dokumentation "Von der Sehnsucht nach dem Licht". Die Idee dazu hatte Oliver Kaufmann aus Bärenstein. Der Film- und Fernsehproduzent gründete 1994 seine eigene Firma - Promovie. Mehr als ein Dutzend Dokus zu den unterschiedlichsten Themen hat er seitdem für den MDR gemacht. Vor zwei Jahren landeten er und die Autorin Leonore Brandt mit "Mechanische Wunder des Erzgebirges" einen Quotenerfolg. Darin ging es um Weihnachts- und Buckelbergwerke.

Nun also "Von der Sehnsucht nach dem Licht". Bevor der Film im MDR-Fernsehen am 23. Dezember um 22.05 Uhr zu sehen sein wird, hatte die Dokumentation am Dienstagabend auf dem Sauberg Premiere. Rund 400 Erzgebirger, allen voran natürlich die Ehrenfriedersdorfer selbst, waren gekommen. Während der 45-minütige Film auf der großen Leinwand lief, war es mal ganz still, mal wurde laut gelacht, mal zustimmend gemurmelt. Denn was den Machern gelungen ist, gleicht einer Hommage an das Erzgebirge, an die Traditionen, an die Bergmänner. Vor allem Letztere stehen im Zentrum. Sie sind es, die wegen ihrer harten Arbeit tief im Schacht die Sehnsucht nach dem Licht hatten. Viele gingen im Dunkeln zur Arbeit, schufteten in der Finsternis bei nur spärlicher Beleuchtung, gingen im Dunkeln wieder nach Hause. "Ich war ein richtiger Sonnenanbeter", sagt der Ehrenfriedersdorfer Bernd Rockstroh. Er und viele Generationen seiner Familie vorher waren Bergmänner. Sein Sohn und seine Enkel halten die Traditionen in der Berggrabebrüderschaft Ehrenfriedersdorf aufrecht. Eine richtige Bergmannsfamilie, die im Mittelpunkt der Doku steht.

Ergänzt wird dieser Hauptstrang durch eine Reise durch das Erzgebirge. Es geht in den Markus-Röhling-Stolln, zum Holzbildhauer Matthias Dietzsch in Geyer, zum Zinngießer und Holzbildhauer Bernd Sparmann in Schneeberg, Uwe Schneider erzählt die Geschichte der Zwönitzer Pyramide. Auch in Kühnhaide, Oberwiesenthal, Jöhstadt, Johanngeorgenstadt sowie Annaberg und Schwarzenberg wurde gedreht. Wunderbare Bilder vom tief verschneiten Erzgebirge entstanden. Und immer wieder dreht es sich ums Licht und wie die Erzgebirger diese Sehnsucht vor allem in der Weihnachtszeit stillen. Dem Publikum zur Vorpremiere hat es gefallen. Und der Stolz auf die Geschichte, auf den jahrhundertealten Bergbau, die Bergmänner, das Kunsthandwerk und nicht zuletzt auf die eigenen Traditionen zeigte sich auch darin, dass es sich die Erzgebirger nicht nehmen ließen, am Ende der Veranstaltung das Steigerlied zu singen. Selbstverständlich alle Strophen.

"Von der Sehnsucht nach dem Licht" wird am 23. Dezember um 22.05 Uhr im MDR gezeigt. Eine Wiederholung gibt es am 25. Dezember 13.10 Uhr. Zudem ist die Doku in der MDR-Mediathek abrufbar.


"Ich habe viel Herzblut hineingelegt."

Oliver Kaufmann (53) ist seit 1994 Film- und Fernsehproduzent. Mit dem Bärensteiner sprach Denise Märkisch über seine neueste Doku für den MDR.

"Freie Presse": Sie haben mit dem MDR schon mehrfach zusammengearbeitet. War diese Produktion dennoch etwas Besonderes?

Oliver Kaufmann: Ja. Die Idee zu diesem Film hatte ich schon ein paar Jahre. Im vergangenen Winter konnte sie umgesetzt werden. Es war ein perfekter Winter dafür, mit viel Schnee.

Sie haben gefilmt. Autorin war Leonore Brandt. Wie lief die Zusammenarbeit?

Sehr gut. Wir kannten uns bereits, haben schon zusammengearbeitet. Der Vorteil dieses Mal war, dass ich hier lebe und Heimvorteil hatte. Leonore Brandt brachte im Gegenzug den Blick von außen mit.

Wie sind Sie auf die Protagonisten der Doku gekommen?

Einige kannte ich bereits, auf andere sind wir durch Recherchen gestoßen. Den Tipp mit Familie Rockstroh gab mir Carmen Krüger. Außerdem hat Bernd Rockstroh vor langer Zeit schon mal beim Sandmännchen eine Rolle gespielt hat. Er war im MDR-Archiv. Die Geschichte wird nun weitererzählt.

Was gefällt Ihnen besonders an dem Film?

Er ist abwechslungsreich, stimmungsvoll und bewegend. Ich habe viel Herzblut hineingelegt. Die kurzen Wege machten möglich, dass ich auch spontan mal rausfahren konnte, wenn es zum Beispiel gerade geschneit hat.

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