Vom Geologiefachmann zum Pfarrer in Ehrenfriedersdorf

Falk Klemms neue Wirkungsstätte ist die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde St. Niklas. Zuletzt war der 47-Jährige Schulpfarrer in Plauen. Und ursprünglich beschritt er einen ganz anderen Weg.

EHRENFRIEDERSDORF.

Es sei wie bei einem Eisberg, sagt Falk Klemm. "Man sieht die Spitze, hat aber noch keine Bohrung gemacht - und weiß deshalb nicht, was einen erwartet". Klemm spricht mit den Worten eines Geologen. Denn ursprünglich hat er von 1988 bis 1991 in Freiberg und Johanngeorgenstadt Geologiefacharbeiter gelernt. Am Sonntag hat der Pfarrer seinen ersten Gottesdienst innerhalb seines Dienstbeginns in seiner neuen Wirkungsstätte, der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde St. Niklas in Ehrenfriedersdorf. Am 8. September, dem Kirchweihtag der Bergstadt, findet dann der Einführungsgottesdienst statt. Der 47-Jährige freut sich auf seine neue Wirkungsstätte und findet es durchaus spannend, was ihn erwartet.

Als Schulpfarrer in Plauen hatte er in den letzten Jahren vor allem die Jugendlichen vom achten bis zum zwölften Schuljahr im Blick, organisierte verschiedenste Projekte, verbunden mit internationalen Begegnungen. "Jetzt habe ich eine Gemeinde, muss mich hineinfinden in ein neues Umfeld, was auch für meine Familie eine Umstellung ist", so der Theologe.


In der nächsten Zeit geht es Falk Klemm auch ums Kennenlernen. Er möchte Jung und Alt zusammenbringen, will für seine Gemeindemitglieder da sein. Und der Pfarrer möchte eventuelle Vorurteile gegenüber der Kirche abbauen, auch für Leute da sein, die sich von der Kirche distanzieren. Er weiß, dass er in einem altehrwürdigen, historisch wertvollen und deshalb besonderen Haus seine Gottesdienste hält, dessen Altar er für den schönsten im Erzgebirge hält. Und er ist sich der Unterstützung der Ehrenfriedersdorfer sicher. Falk Klemm selbst hat erzgebirgische Wurzeln. Er stammt aus Großhartmannsdorf bei Freiberg.

Doch wie kommt ein Geologiefacharbeiter zum Pfarrer? "Ich bin während der Christenlehre mit der Botschaft in Verbindung gekommen und die Bibel war der springende Punkt", so der Geistliche. Zudem hat Falk Klemm bei seinem Zivildienst im Diakonischen Werk entsprechende Erfahrungen gesammelt. "Ich hatte viel mit alten und kranken Leuten zu tun. Es war dabei toll zu erleben, wie Gottes Wort Menschen aufrichtet", so Pfarrer Klemm. So hat er von 1992 bis 1998 in Gießen und in Leipzig Theologie studiert. In Thum und Mildenau hat er sein Vikariat - die praktische Ausbildungszeit für Pfarrer - absolviert. Auch bei seiner ersten Pfarrstelle verblieb er im Erzgebirge, nämlich in Dittersdorf mit Eibenberg und Kemtau. In Plauen hat er als Jugendpfarrer viele Erfahrungen gesammelt. Er blickt dankbar auf die vergangene Zeit und nicht nur auf sein Wirken im Vogtland zurück.

Dass sich Falk Klemm und seine Familie - Gattin Nicole ist gelernte Ergotherapeutin - für Ehrenfriedersdorf entschied, hat vor allem seinen Grund im Umfeld. Die Söhne Josia (11) und Joel (17) starteten mit dem neuen Schuljahr in der Evangelischen Schulgemeinschaft in Annaberg durch. Der älteste Sohn Aaron bringt in Plauen noch sein Abitur zu Ende. Pfarrer, ein Beruf mit zahlreichen Aufgaben. Eine Berufung, für die Menschen da zu sein. Bleibt da noch Zeit für Hobbys? "Ich lese gern und treibe Sport", sagt Falk Klemm. Und natürlich will er an seiner neuen Wirkungsstätte auch die reizvolle Natur erkunden.

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