Von Heuschrecken bis Schupfnudelpfanne

Erstmals hat es in Annaberg-Buchholz einen Streetfood-Markt gegeben. Wie kamen die teils exotischen Speisen an?

ANNABERG.

Heuschrecken? Nun ja, Frieder Herberger war fest entschlossen, die Insekten zu probieren. Starkoch Frank Ochmann, der die "Viecher" sonst für das RTL-Dschungelcamp zubereitet, konnte dem Gast nur dazu raten. Der Berliner Koch weiß, dass die Insekten nicht nur lecker schmecken, sondern auch sehr gesund sind. Sie haben wichtige Vitamine und liefern Proteine sowie allerlei wertvolle Nährstoffe.

"Sie schmecken irgendwie bissel nach Erdnüssen", wusste René Kießling. Er hatte mit Stefan Unger am Wochenende den ersten Streetfood-Markt in Annaberg-Buchholz auf die Beine gestellt. Nach dem Motto "Essen aus aller Welt, auf die Hand in den Mund" gab es unter anderem exotische Speisen aus Mexiko und Afrika sowie Leckeres aus der tschechischen Küche, amerikanische und alpenländische Kost. 17 Händler aus allen möglichen Ecken Deutschlands und natürlich auch aus der hiesigen Region hatten die Organisatoren ins Boot geholt. Unter dem Motto "Kultur für die Region" werden solche Veranstaltungen seit drei Jahren angeboten. "Aber mehr im Westerzgebirge, wie unter anderem in Aue. Und nun wollen wir das Essen aus aller Welt auch nach Annaberg bringen", sagte Mitorganisator Stefan Unger. Dabei betonte er, dass gut ein Jahr Vorbereitungszeit für solch ein Spektakel notwendig ist, auch weil die Händler sehr gefragt seien. Das Angebot an exotischen Gerichten war groß, wobei auch Mehlwürmer nicht jedermanns Geschmack waren. Und für alle Fälle gab es sie doch - die klassische Bratwurst. "Was meine Rettung ist", frohlockte Werner Roscher. Der Chemnitzer zeigte wenig Begeisterung für einige der nicht alltäglichen Spezialitäten. Und das ganz im Gegenteil zu seiner Gattin, die sich auf große Probiertour begeben hatte. Sie schwärmte anschließend von Trdelnik, einem Gebäck, das aus der Slowakei stammt. Hauptsächlich Hefeteig, Vanillezucker, Karamell, Nüsse und Mandeln gehören zu den Zutaten.

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Bei Angela und Lorenz Lenhart dampften unter anderem Gemüse-Pilz-Schupfnudeln in der Pfanne. Die Händler aus der Nähe von Hockenheim in Baden-Württemberg sind oft auf derartigen Märkten unterwegs. Die Schupfnudelpfanne - ein Gericht aus der Pfalz? "Nein, eine Spezialität aus dem Allgäu, ich stamme nämlich aus Bayern", verriet Angela Lenhart.

Couscous mit Erdnusssoße ist ein Gericht aus Nordafrika. "Und das klingt nicht nur gut, das schmeckt auch so", betonte ein Annaberger, der am Samstag die Veranstaltung, aber nicht das Wetter super fand. Andere Besucher bemängelten derweil lange Wartezeiten bei Getränken. Zum Streetfood-Markt war unter anderem mit Kinderschminken und Trampolin auch an die jüngsten Besucher gedacht. "Es soll schließlich eine Veranstaltung für die ganze Familie sein", so René Kießling. Insgesamt ist der Markt bei den Besuchern gut angekommen, zumal es mehr Lichtblicke beim Wetter gab, als vorher angenommen. Und Frieder Herberger hat seine Heuschrecken mit nach Hause genommen. Denn die "Dinger" wollte er ganz in Ruhe probieren.

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