Von Menschen, die ihre Kraft auch anderen schenken

Sie sind Vorbild, Unterstützer, Helfer in der Not oder einfach nur da, wenn man sie braucht - Ehrenamtler. Wie vielfältig ihr Engagement in Ehrenfriedersdorf ist, zeigte sich bei der diesjährigen Würdigung.

Ehrenfriedersdorf.

Eine Stadt machen nicht die Häuser, Gebäude und Straßen aus, sondern die Menschen, die darin leben. In Ehrenfriedersdorf sind das aktuell 4695 Frauen, Männer, Kinder, Senioren, Schüler. Um die Gemeinschaft in einer Stadt oder auch auf dem Dorf zusammenzuhalten, braucht es Vereine, Ideen, Konzepte, Veranstaltungen ... - Menschen, die etwas für andere tun. Genau um sie ging es in dieser Woche bei der Würdigungsveranstaltung für Ehrenamtler in Ehrenfriedersdorf. Ein unglaubliches Potenzial, aus dem die Stadt schöpfen kann. Das zeigte schon allein die schiere Anzahl an Leuten, die sich im Standesamt versammelten. Doch noch beachtlicher wird das Ganze, wenn man bedenkt, dass es nicht die erste und auch nicht die letzte Veranstaltung war, in der ehrenamtlich Tätige gewürdigt werden. Nur eine Auswahl, ein Teil des Ganzen. Und doch ein Symbol für das, was eine Stadt zusammenhält.

Maria Schuster gehört zu den Gewürdigten. Die Seniorin ist Mitglied im Klöppelverein. Sie bringt auch Kindern im Zuge des Ganztagsunterrichts an der Schule die Kunst des Klöppelns bei. Sie sei immer aktiv und für den Verein im Einsatz, sagte Bürgermeisterin Silke Franzl. Im Mehrgenerationengarten des Gartenvereins Greifenstein wird schon jetzt auf das kommende Frühjahr gewartet. Dann kann das in diesem Jahr begonnene Projekt richtig Fahrt aufnehmen. Mehrere Generationen, vom Kindergarten bis zum Seniorenbeirat, sind mit dabei, einen alten Garten zu beleben. Dafür wurden Heiko Voigt, Hartmut Kretschmar, Jürgen Gerlach und Gartenvereinsvorsitzende Susanne Voigt ausgezeichnet.

Aus dem Garten zum Sport, konkret zum Fußball. Mit 185 Mitgliedern, darunter allein 100 Kinder und Jugendliche, ist der FC Greifenstein 04 einer der größten Vereine der Stadt. Einer derjenigen, die den Ball im Spiel halten, Kindern das Fußballspielen beibringt, als Schiedsrichter für Fairness sorgt und auch noch eine AG in der Grundschule leitet, ist Andreas Estel.

Jürgen Bock und Wolfgang Petzold vom Schnitz- und Krippenverein erhielten eine Würdigung für ihren Einsatz im Kinderschnitzen und im Ganztagesunterricht an der Schule. "Das, was in der Kindheit gepflanzt wird, bleibt ein Leben lang", sagte Silke Franzl. Apropos Kinder. Auch Birgit Bauer vom Kinder- und Jugendverein Ehrenfriedersdorf gehörte zu den ausgezeichneten Ehrenamtlern. Vor allem ihr Einsatz für die Städtepartnerschaft mit Podboøany wurde in der Laudatio erwähnt. Glückliche Kinder spielen auch im Leben von Angela Völker eine wichtige Rolle. Seit Jahren ist sie in der Region die Anlaufstelle für die Weihnachtsaktion "Kinder helfen Kindern". Mehr als 700 Päckchen sind in diesem Jahr aus Ehrenfriedersdorf und Umgebung zusammengekommen.

Ein Mann, ohne den das Freizeitangebot in der Stadt nicht das wäre, was es ist, ist André Pfab. Er kümmern sich beim Bergstädtischen Sportverein (BSV) unter anderem um den immer perfekten Rasen des Fußballplatzes und im Freibad hält er die Fäden zusammen. Seine Tage beginnen früh und enden spät. Immer hilfsbereit, dabei aber immer im Hintergrund, so beschrieb die Bürgermeisterin Andrea Capek. Sie sei immer zur Stelle. "Du bist ein Schatz für diese Stadt", so Franzl. Ohne ehrenamtliche Arbeit würde auch den Kirchgemeinden etwas Entscheidendes fehlen. Daher gab es auch von dort Vorschläge für die Ehrenamtswürdigung. Isolde Harzer gehört zu den Menschen, die sich für ein gutes Miteinander einsetzen. Besuchsdienste, die Begleitung der Kinder aus dem Hort zur Christenlehre, das Mitsingen im Chor - sie ist da, wenn sie gebraucht wird. Das gilt auch für Ursula und Sigrid Pahl, die in der Stadt eigentlich nur im Doppelpack anzutreffen sind und als Pahl-Zwillinge bekannt sind.

Die größte Gruppe zur Ehrenamtswürdigung bildete die Berggrabebrüderschaft Ehrenfriedersdorf und dabei ganz speziell die Trägergruppe. Stirbt ein ehemaliger Bergmann beziehungsweise einstiger Teil der Belegschaft der Zinngrube, erweisen die Bergbrüder diesem die letzte Ehre. Für die Familien ist dieser besondere Dienst kostenfrei. Der Verein trage alle eventuellen Aufwendungen. Ein besonderes Ritual zur letzten Schicht. Zu guter Letzt wurden zudem die Stadtschreiber Ina Sonntag, Reiner Hähnel und Rolf Neumann geehrt. Sie berichten in den Bergstadtnachrichten monatlich über Historisches und den Seniorenbeirat.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...