Wandel auf dem Sauberg: Neuer Chef und weitere Veränderungen

Seit 1. Februar ist Erik Ahner der neue Betriebsleiter des Besucherbergwerks. Der 28-Jährige hat an der Bergakademie in Freiberg studiert und war später in einem Ingenieurbüro tätig. Im Hintergrund laufen derweil Bemühungen, die Einrichtung komplett in den Zweckverband Sächsisches Industriemuseum einzubinden.

Ehrenfriedersdorf.

Es ist ein wahrer Generationswechsel geworden. Bereits lange bevor Matthias Kreibich, langjähriger Geschäftsführer des Besucherbergwerkes "Zinngrube" Ehrenfriedersdorf, tatsächlich in Rente gegangen ist, suchte die Stadt einen Nachfolger. Und die Suche verlief erfolgreich. Seit dem 1. Februar ist Erik Ahner Betriebsleiter. Und schon an seiner Funktionsbezeichnung lässt sich eine Veränderung feststellen. Denn bisher gab es für das Besucherbergwerk - eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und städtische Gesellschaft - einen Geschäftsführer. An dieser Rechtsform will die Stadt perspektivisch etwas ändern. Anlass ist ein Hinweis des Rechnungshofes, erläutert Bürgermeisterin Silke Franzl. Diesen habe die Stadt nach einer Prüfung erhalten. Bereits im vergangenen Jahr beauftragte die Kommune daher ein Unternehmen mit einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung sowie der Erarbeitung eines Konzeptes für die Betreibung des Besucherbergwerkes. Dabei seien verschiedene Lösungsansätze herausgekommen. Eine ist die nun auch angestrebte Auflösung der GmbH. Immerhin ist das Besucherbergwerk Mitglied im Zweckverband Sächsisches Industriemuseum. Die private Rechtsform und die zeitgleiche Mitgliedschaft in einem Zweckverband passen laut Franzl nicht zusammen, weshalb nun gehandelt werden soll.

Noch in diesem Jahr will die Stadt die Voraussetzungen dafür schaffen. Allerdings sei vieles zu beachten. Unter anderem gebe es auf dem Areal ein kompliziertes Eigentumskonstrukt mit mehreren Akteuren. Auch sei man in Kontakt mit dem Wirtschaftsministerium und dem Oberbergamt. Zudem werden für die Auflösung der GmbH auch finanzielle Mittel benötigt. Eins stehe allerdings fest: Das Besucherbergwerk bleibt in kommunaler Hand, so die Bürgermeisterin.

Doch zurück zu dem neuen Chef. Nach einer zweimonatigen Einarbeitszeit hat Erik Ahner nun die Geschäfte übernommen. Der 28-Jährige kommt aus Chemnitz und hat an der TU Bergakademie Freiberg Geotechnik und Bergbau studiert. Danach war er in einem Ingenieurbüro beschäftigt, das sich auf Bergbau-Sanierung spezialisiert hat. Dann stieß er auf das Stellenangebot aus Ehrenfriedersdorf. "Schon als Kind war ich sehr oft in Besucherbergwerken", erzählt Ahner. Zudem sei ihm die Bewahrung von Traditionen wichtig, also bewarb er sich und machte das Rennen. Die Größe der ehemaligen Zinngrube, die vielen erhaltenen Maschinen und Ehrenfriedersdorfer Radpumpe, die den Bergbau in der gesamten Region und darüber hinaus nach vorn gebracht habe, faszinieren ihn. "Atemberaubend", sagt Ahner. Nachdem er sich in die Geschichte des Bergbaus in Ehrenfriedersdorf eingearbeitet hatte, führte er auch seine ersten Besuchergruppen. Und natürlich kann er auch unter Tage zupacken. Denn wer ein Besucherbergwerk leitet, muss auf vielen Gebieten einsetzbar sein. Das Administrative, Besucherwerbung und Co sind nur ein Teil. Erhalt und Reparaturarbeiten gehören ebenfalls dazu. Und was plant der Neue? Unter anderem soll der Internetauftritt modernisiert werden. Auch in Sachen Außenpräsentation will Betriebsleiter Erik Ahner ein paar neue Wege bestreiten.

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