Wanderunfall: Stock in den Unterschenkel gestoßen

Zu einem nicht alltäglichen Einsatz sind die Oberwiesenthaler Stadtfeuerwehr und Rettungskräfte gerufen worden. Eine junge Frau hatte sich auf unwegsamem Gelände verletzt. Nicht die einzige Alarmierung.

Oberwiesenthal. Der vergangene Dienstag hat es in sich gehabt für die Stadtfeuerwehr von Oberwiesenthal. Gleich dreimal mussten die Kameraden ausrücken. Eine Alarmierung zu einer nicht alltäglichen technischen Hilfeleistung ging am Vormittag gegen 10 Uhr ein. "Gemeldet war eine verletzte Person, welche sich durch einen Stock am Bein verletzt haben soll", schreiben die Kameraden in ihrem Einsatzbericht im Internet. Der Stock stecke noch in dem Bein. Das Opfer, nach Angaben der Feuerwehr eine etwa 20 Jahre alte Frau, befand sich in der Nähe des Grenzübergangs nach Boží Dar. Von deutscher Seite sei es wegen des schwierigen Geländes unmöglich gewesen, zu der Verletzten zu gelangen. "Zum Glück sagten die tschechischen Grenzbeamten sofort ihre Hilfe zu, und sowohl Rettungsdienst als auch Feuerwehr konnten den Grenzübergang ohne Weiteres passieren", heißt es weiter. Danach fuhren die Fahrzeuge von tschechischer Seite aus über eine Wiese nahe an die Unglücksstelle heran. Anschließend ging es zu Fuß weiter, mithilfe von Leitern und Rüstholz überbrückten die Retter einen kleinen Graben.

Bei Ankunft der Feuerwehr war schon ein Notarzt vor Ort und versorgte die junge Frau. Diese war gestürzt und hatte sich dabei ihren Langlaufstock durch den Unterschenkel gestoßen. "Wir wurden gebeten, den Laufstock so schonend wie möglich abzuschneiden, damit ein Transport möglich wurde", berichtet die Feuerwehr. Und weiter: "Da der Stock aus porösem Material bestand, probierten wir am zweiten Stock die Möglichkeiten, diesen zu zerteilen, und entschieden uns dann für einen zügigen Schnitt mit dem Bolzenschneider. Vorher klebten wir noch die Schnittstelle mit Klebeband ab, um ein mögliches Splittern zu verhindern. Der Schnitt gelang gut, schnell und mit relativ wenigen Erschütterungen." Ein Feuerwehrhelm diente als Unterlage, um einen Hohlraum unter dem Bein mit dem Stockrest zu schaffen. Die Patientin wurde auf eine Vakuummatratze gelagert und mit einem Rettungshubschrauber weggebracht.

Im weiteren Tagesverlauf mussten Kameraden der Stadtfeuerwehr zudem zu zwei Bränden ausrücken. Nahe dem Bahnhof Niederschlag war es gegen 14.20 Uhr zu einem Feuer am Bahndamm gekommen, welches unter Kontrolle gebracht wurde.

Gegen 19.30 Uhr wurden die Oberwiesenthaler schließlich wegen eines beginnenden Waldbrandes nach Bärenstein gerufen, um die Löschwasserversorgung zu unterstützen. Die Bärensteiner Wehr konnte das Feuer ausmerzen. urm


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