Warten auf Familienanschluss: Wann kommt die große Chance?

In Tierheim-Geschichten stellt "Freie Presse" Bewohner der Anlage bei Neu-Amerika vor. Heute: Labrador-Mischling Lenny und Herdenschutzhund-Mischling Samu.

Annaberg-Buchholz.

Stürmisch, aber sehr liebenswert: So umschreibt Tierheimleiterin Peggy Kreher einen vierbeinigen Zeitgenossen, der in der Anlage bei Neu-Amerika seit Kurzem ein Übergangs-Quartier gefunden hat. Die Betonung liegt auf Übergang, denn Labrador-Mischlingsrüde Lenny soll die Einrichtung so schnell wie möglich wieder verlassen. "Es ist wirklich Stress für ihn. Er hat ein Problem mit dem Weggesperrt-Sein", erklärt Peggy Kreher. Lenny sei zudem überhaupt nicht gern alleine und belle, wenn keine Menschen da sind. Daher wird dringend ein passendes Zuhause für den etwa vier Jahre alten Rüden gesucht.

Lenny kam als Abgabe-Tier ins Tierheim und hat bereits drei Vorbesitzer. "Daher rühren sicher seine Verlustängste. Aber das ist sein einziges Problem", sagt Peggy Kreher. Er sei ein toller Hund im Umgang mit Menschen und anderen Artgenossen. Auch mit Kindern komme er gut zurecht. "Lenny ist sehr gesellig und könnte gut als Zweithund gehalten werden. Seine Erziehung ist aber noch ausbaufähig", erklärt die Tierheimleiterin. Lenny sei ein temperamentvoller Vierbeiner, der eine entsprechende Auslastung braucht. Zudem muss das Alleine-Sein noch trainiert werden. Gesucht wird daher ein Zuhause, in dem zunächst immer jemand da ist. "Am besten auch ein Haus mit Garten, eine Wohnung kommt nicht infrage", so Peggy Kreher. Hätte sie einen Wunsch, dann wäre ein Mehrgenerationenhaus, in dem es schon Hunde-Erfahrung gibt, der richtige Platz. Eine sportliche Familie mit größeren Kindern sei ebenfalls gut geeignet. Das Kennenlernen im Tierheim erfolgt ohnehin in Etappen, um zu sehen, ob die Chemie stimmt.


Etwa 15 Hunde und 35 Katzen werden derzeit im Tierheim "Neu-Amerika" betreut, das vom Tierschutzbund Annaberg und Umgebung betrieben wird. Darunter ist mit Samu auch ein außergewöhnlicher Hund, der aus einem anderen Tierheim übernommen worden sei und ursprünglich aus Rumänien stammt. Er wird erst ein Jahr alt und steht damit noch fast am Anfang seines Hundelebens. Samu sei ein Herdenschutzhund-Mischling - und das macht eine Vermittlung nicht gerade einfacher. Herdenschutzhunde sind derzeit im Zusammenhang mit Wolfsangriffen in aller Munde. Denn sie verteidigen Schafe, Ziegen, Rinder oder Gänse gegen Angreifer, informiert etwa der Naturschutzbund Deutschland. "Als wären sie eine Familie, vertreiben Herdenschutzhunde jeden, der sich unerlaubt der Herde nähert", heißt es dort weiter. Das bedeutet aber zugleich, dass solche Tiere besondere Ansprüche in der Haltung haben, wie Peggy Kreher erklärt. Das treffe auch auf Samu als Herdenschutzhund-Mischling zu.

Was bedeutet das konkret? "Samu braucht Besitzer mit Hundeerfahrung und speziellem Wissen über solche Tiere", sagt die Tierheimleiterin. Natürlich wäre es von Vorteil, wenn die Interessenten schon Erfahrungen mit Herdenschutzhunden hätten. Solche Tiere würden sehr auf ihr Territorium achten und eine konsequente Führung brauchen. Außerdem ist ein entsprechendes Gelände erforderlich. Peggy Kreher: "Ein Haus mit Garten braucht Samu auf jeden Fall." Im Tierheim sei er ein freundlicher, aufgeschlossener und verspielter Junghund, schildert sie. Allerdings versuche Samu natürlich, seine Grenzen auszutesten. Daher ist seine Erziehung - liebevoll, aber konsequent - sehr wichtig. Bis jetzt kommt der Mischlingsrüde sehr gut mit Kindern zurecht. Aber sie sollten im Fall einer neuen Familie für ihn schon größer sein. Auch das Zusammenleben mit anderen Hunden funktioniere. "Nur das Füttern muss man gut managen. Da wird er schnell eifersüchtig", erklärt die Tierheimleiterin.

Wer sich für Lenny, Samu oder einen anderen Bewohner des Tierheims "Neu-Amerika" interessiert, kann sich dort melden. Die Einrichtung ist unter der Telefonnummer 03733 622687 erreichbar.

www.tierheim-annaberg.de

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...