Waschen, trocknen, mangeln: "De Waschbärn" wachsen

Das Lebenshilfewerk hat die Wäscherei erweitert. Bis zu 300 Kilogramm können nun täglich gesäuert werden. Gebaut wurde bei laufendem Betrieb. Bis zu 30 Männer und Frauen sollen hier bald arbeiten.

Annaberg-Buchholz.

Jahrelang wurde geplant und schließlich monatelang bei laufendem Betrieb gebaut. In dieser Woche wurde nun offiziell die deutlich vergrößerte Wäscherei des Lebenshilfewerks Annaberg - "De Waschbärn" - eröffnet. Vorher war es eng, stickig und im Sommer sehr heiß, erklärte Werkstattleiter Steffen Helbig. Außerdem konnten aus Kapazitätsgründen keine neuen Kunden angenommen werden. Also entschloss sich der Verein, in einen Anbau und neue Technik zu investieren. Eine sechsstellige Summe floss in das Projekt, finanziert mithilfe eines Kredits, Fördermittel flossen keine.

"Wir sind uns sicher, dass sich diese Investition lohnen wird", so Helbig. Immerhin laufe der Dienstleistungssektor Wäscherei sehr gut. Neben Wäsche von Privatpersonen gehören auch Firmen, Kindergärten, Sportvereine, Hotels und Pensionen oder auch Pflegeheime aus dem gesamten Erzgebirgskreis zu den Kunden. Die einzelnen Bereiche sind strikt voneinander getrennt. So gibt es ein Areal für die normale Wäsche, ein anderes für Hygienewäsche mit einer speziellen Waschmaschine. Bei Letzterer wird die verschmutzte Wäsche in Säcken angeliefert, die sich erst in der Maschine öffnen. Eine weitere Trennung erfolgt zwischen den Bereichen für dreckige und bereits gewaschene Wäsche.

Mit der Erweiterung sei zudem eine digitale Registrierung eingeführt worden. Das heißt, jedes einzelne Wäschestück wird mit einem kleinen Code versehen. Wird dieser gescannt, tauchen alle relevanten Informationen zum Kunden auf. So geht kein Hemd oder Handtuch verloren und die Wäschelieferungen können nach der Reinigung wieder einwandfrei dem jeweiligen Kunden zugeordnet werden. Seit 1992 verfügt das Lebenshilfewerk über eine Wäscherei. Los ging es zunächst in Ehrenfriedersdorf mit einer sehr kleinen Variante. Mit dem Neubau 2002 in der Damaschkestraße in Annaberg-Buchholz wurden die Kapazitäten vergrößert und nun noch einmal deutlich erweitert. Arbeiteten bisher 14 Frauen und Männer mit Behinderung in der Wäscherei, sind es mittlerweile 21. Perspektivisch sollen es um die 30 werden, erklärte Teamleiterin Diana Trommer.

Um nach dem Ende der Bauarbeiten gleich durchstarten zu können, nutzte das Lebenshilfewerk die Bauzeit, um die neuen Mitarbeiter zu schulen. Ein Jahr lang absolvierten sie Praktika und hatten eine Woche pro Monat Theorieunterricht. "Wir haben ein gut ausgebildetes Team", sagte Helbig. Mit den neuen Kapazitäten wurde auch das Angebot erweitert. Neu ist unter anderem ein Hemdenservice. Um die 300 Kilogramm Wäsche - vom Handtuch über Bettwäsche bis zur Bluse - werden bei der Lebenshilfe nun täglich gewaschen, getrocknet, gebügelt oder gemangelt.

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