Wenn der Dorfteich in die Turnhalle zieht

Pfirsichköpfchen, Graukardinal und Co haben am Wochenende die Blicke in Königswalde auf sich gezogen. Eine Jubiläumsschau des örtlichen Ziergeflügel- und Exotenvereins. Ein Hobby, das viel Einsatz fordert.

Königswalde.

Farbenprächtige Akteure trällerten am Wochenende in der Turnhalle Königswalde um die Wette und heimsten anerkennende Blicke ein. Asiatische Zwergwachteln, australische Königssittiche und Kanarienvögel wussten mit ihrem Gefieder und Gezwitscher genauso zu begeistern wie Diamanthäubchen, Graukardinal und Magellanzeisig. "Die Neuauflage unserer Ziergeflügel- und Exotenschau wird vom 40. Gründungsjubiläum unseres Vereins bestimmt", berichtete Steffen Päßler, der Vorsitzende des Ziergeflügel- und Exotenvereins Königswalde. 1979 hatten sich Züchter des Ortes zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen.

Am Wochenende zeigte der Verein 175 Tiere in 50 verschiedenen Arten. Während etwa die Kapuzenzeisige zu den federleichten Akteuren zählten, wussten sich auch Großsittiche in Szene zu setzen. Wissbegierige Besucher wissen jetzt, dass die Fishers Lovebird genannten Pfirsichköpfchen als unzertrennliche Paare gelten und sich die Japanische Wachtel unter einem kleinen Tannenbaum vor neugierigen Blicken versteckt. "Hirse, Mais und Sonnenblumenkerne zählen wie Obst zu den Leckerlis für unsere Tiere", so Steffen Päßler.

Zwei der einstigen Mitbegründer sind heute noch mit dabei. Dem Verein gehören unterdessen aber längst Zuchtfreunde aus umliegenden Gemeinden und Städten an. Insgesamt engagieren sich zehn aktiv für dieses anspruchsvolle Hobby. Im digitalen Zeitalter hat das Interesse daran aber nachgelassen. "Es ist eine freiwillige Aufgabe, die aber 365 Tage im Jahr Einsatz fordert, Sachverstand und Verantwortungsbewusstsein abverlangt", so der 67-jährige Cunersdorfer. Gern würde die Gemeinschaft aufgeschlossene neue Mitstreiter begrüßen. Steffen Päßler: "Zwar interessieren sich auch junge Leute für die Exoten, aber das Interesse an einer kontinuierlichen Mitarbeit ist schwer zu wecken." Dennoch, der Vorsitzende schaut optimistisch nach vorn: "Einmal diesem Hobby verschrieben, ist der Ehrgeiz geweckt." Es sei eine Herausforderung, erfolgreich solche Tierarten zu züchten.

Der seit 2011 als Vorsitzender engagierte Zuchtfreund hat mit seinen Mitstreitern eine sehenswerte und bis in Details stimmige Ausstellung vorbereitet. Selbst ein kleiner Dorfteich gehörte dazu, der vor der Bühne der Turnhalle aufgebaut war und dort exotische Wasservögel wie Moor- und Mandarinenten zum Planschen einlud. Grasbüschel, Laub, Moos und Äste schmückten die Vitrinen und Volieren, wie selbst Schilf im Teich, aber genauso Pilze und Zapfen in die jeweiligen Ausstellungsabschnitte eingearbeitet worden waren. Auch die angebrachten und üppig mit Früchten behangenen Zweige der Vogelbeere waren nach dem Geschmack der gefiederten Akteure. "Dienstags vor dem Ausstellungswochenende beginnen wir mit der Vorbereitung. Wir freuen uns, auch in diesem Jahr wieder von der Gemeindeverwaltung und den Sportfreunden Zustimmung für die Nutzung der Turnhalle bekommen zu haben." Noch am Sonntagabend werde alles wieder in Ordnung gebracht, dabei würden Vereinsfreunde unterstützt von Familienmitgliedern, die tatkräftig mit zupacken. Die Gastgeber hatten mit ihrer Schau im Übrigen erneut die gesamte Familie im Blick. So erfreuten sich die Knirpse an der Tombola, wie die Erwachsenen den Imbiss samt Hopfenwässerchen schätzten. "Zudem bieten wir Startersets: Wir verkaufen Tiere. Und für interessierte Käufer halten wir auch gleich Käfig, Futter und Sand bereit."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...