Wer hat die schönste Gartenanlage?

22 sächsische Kleingartenvereine kämpfen derzeit um die Meisterschaft. Mit dabei ist auch der "Waldfrieden". Beim Jurybesuch machten die Annaberger eine gute Figur.

Annaberg-Buchholz.

Gärtnern auf mehr als 700 Metern Höhe ist eine besondere Herausforderung. Die Kleingärtner des Vereins "Waldfrieden" in Annaberg-Buchholz meistern diese Aufgabe aber mit Bravour. Nicht umsonst ist die Anlage eine von 22, die sich am Landeswettbewerb "Gärten in der Stadt" beteiligt, der alle vier Jahre vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ausgelobt wird. Dieses Mal steht der Wettstreit um die schönste Anlage unter dem Motto "Kleine Gärten - bunte Vielfalt".

Um die einzelnen Anlagen auch wirklich bewerten zu können, hat sich eine dreiköpfige Jury aus Dresden gestern auf den Weg ins Erzgebirge gemacht. Am Vormittag stand Annaberg-Buchholz auf der Liste. "Extra vorbereitet haben wir uns auf diesen Termin nicht wirklich", erklärte der Vereinsvorsitzende Daniel Gärtner. Na gut, vielleicht wurde der Rasen noch einmal frisch gemäht. Mehr könne man aber nicht machen. Und das ist auch nicht nötig. Der "Waldfrieden" ist in einem Top-Zustand, gut gepflegt und in den Gärten, die alle bewirtschaftet werden, sprießt es auf den Beeten.

Seit genau 103 Jahren wird auf dem Areal am Westhang des Pöhlberges gegärtnert. Vor einigen Jahren wurden die Wasserleitungen komplett erneuert, vor Kurzem das Toilettenhäuschen saniert. Die Mitglieder haben gelernt, mit den besonderen Bedingungen am Berg klarzukommen. Auf die Frage, ob der lange und strenge Winter seine Spuren hinterlassen hat, antwortete Daniel Gärtner: "Bei uns ist wenig erfroren. Hier wächst eh nur das, was solche Winter auch aushält." Große Abstriche müssen aber nicht gemacht werden. Nur mit Wein und Pfirsichen werde es hier oben vermutlich nichts, so der 37-Jährige.

Doch zurück zur Jury. Mit etwas Verspätung erreichten die Experten um Peter Paschke, Präsident des Landesverbandes Sachsen der Kleingärtner, Annaberg-Buchholz. Nach einer kurzen Einführung des Vereinschefs ging es quer durch die 8900 Quadratmeter große Anlage. Pflanzenvielfalt, Zustand der Wege, die allgemeine Gestaltung der Kleingartenanlage und der Einzelgärten - die Blicke der Gartenjury huschten nur so über Beete, Zäune und Wiesen. Gelobt wurde unter anderem, dass im unteren Teil die Wege mit Rasen begrünt sind. Auch das Insektenhotel fiel den Experten ins Auge. Zudem achteten die Gartenfachleute auch auf den richtigen Schnitt an den Obstbäumen.

Wie gut die Anlage "Waldfrieden" abgeschnitten hat, ist noch offen. Das liegt zum einen daran, dass die Annaberger Anlage die erste war, die besucht wurde. Bis Anfang Juli werden die Experten durch ganz Sachsen reisen. Danach folgt die Auswertung. Im November werden bei einer Festveranstaltung die Sieger bekannt gegeben.

Daniel Gärtner, seit zwei Jahren Vorsitzender, sieht dem gelassen entgegen. So oder so sei der "Waldfrieden" eine schöne Anlage. Auch um den Nachwuchs müsse man sich noch keine Sorgen machen.

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