Werbetafel: Entscheidung offen

Der Crottendorfer Rat hat die Entscheidung über eine neue Anschaffung verschoben. Bislang wird sie eher kritisch gesehen.

Crottendorf.

Mehrere tausend Fahrzeuge passieren täglich die Scheibenberger Straße bei Crottendorf. Daher wäre sie auch der favorisierte Standort für eine große LED-Werbetafel der Gemeinde, über deren Anschaffung die Räte in ihrer jüngsten Sitzung entscheiden sollten. Doch das Ganze wurde verschoben, bis konkretere Zahlen vorliegen. In einer ersten Debatte erschien das Projekt mehreren Räten zu teuer. Auch der Nutzen wurde teilweise infrage gestellt.

Die Anschaffung selbst würde nach einem vorliegenden Angebot rund 5400 Euro kosten. Dabei handelt es sich um eine LED-Werbetafel, die bereits in Annaberg-Buchholz aufgestellt war und dort gegen eine neuere ausgetauscht worden sei. Hinzu kämen nach einer ersten Schätzung von Bürgermeister Sebastian Martin (parteilos) Kosten für Planung, Tiefbau und Genehmigung von 12.000 bis 15.000 Euro. Wie er erklärte, informiert die Gemeinde bislang auf ihrer Homepage und im sozialen Netzwerk Facebook über Veranstaltungen, Öffnungszeiten von Einrichtungen wie dem Schwimmbad und anderes. Aber es fehle eine Werbemöglichkeit an einer strategisch wichtigen Stelle wie der Scheibenberger Straße, auch wenn der genaue Standort noch offen ist. Dort könnten später auch Firmen werben. Vom Kultur- und Sozialausschuss in Crottendorf, der das Thema vorberaten hat, gab es ein positives Votum. Doch der Gemeinderat will erst konkretere Zahlen vorliegen haben.


"Ich muss anmahnen: Das ist eine Kür-Aufgabe. Und wir haben schon eine Reihe davon. Wir müssen den Fokus aber auf Pflicht-Aufgaben richten", sagte Danilo Richter (Freie Wähler Bürgerforum). Er zweifelt zudem den Nutzen einer solchen Tafel an. Urlauber würden sich sicher vorher kundig machen und nicht erst bei der Einfahrt in den Ort. Auch ob es Vereinen so viel bringt, stellte er infrage. Als Gemeinde sei man zudem nicht dafür da, Werbeträger für Firmen zu sein.

Jörg Lötzsch (CDU) pflichtete ihm bei. "Wir müssen die finanzielle Seite betrachten. Unser Krippenbau kostet mehr, der Bau in Walthersdorf ebenso. Solch eine Tafel ist nicht das wichtigste." Andreas Demmler (Freie Wähler Bürgerforum) stellte den Antrag, die Entscheidung zu verschieben. Nun soll erst geprüft werden, ob die Tafel genehmigungsfähig wäre, welcher Standort infrage käme und ob Sponsoren gewonnen werden können.

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