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Werk im Erzgebirge schließt: Wie die gekündigten Mitarbeiter neue Jobs finden könnten

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Nach dem vom Mutterkonzern verfügten Aus für Imeco und das Werk in Elterlein geht es für die Beschäftigten um ihre berufliche Zukunft. Eine Chance für andere einheimische Firmen.

Elterlein.

Die Nachricht vom Aus der Firma Imeco und der damit einhergehenden Schließung der Standorte am Firmensitz in Goldbach bei Aschaffenburg sowie in Elterlein hat große Betroffenheit ausgelöst. Vor allem im Erzgebirge. Sind doch im Werk im Elterleiner Gewerbegebiet knapp 85 Beschäftigte betroffen. Allen wurde bereits gekündigt, bis auf wenige ist für sie im August Schluss. Einige Betroffene haben jetzt möglicherweise neue Hoffnung geschöpft, was ihre berufliche Zukunft angeht – während einer Jobmesse.

18 Unternehmen folgen der Einladung

Die hatte Imeco laut Geschäftsführer Rolf Naeder selbst auf den Weg gebracht und dazu lokale und regionale Unternehmen nach Elterlein eingeladen. Den Wunsch der „Freien Presse“, dabei sein zu dürfen, lehnte Imeco ab. „Einerseits ist sicherlich nichts gegen eine Berichterstattung einzuwenden, andererseits ist aber Jobverlust und Neubewerbung auch ein sensitives und sehr privates Thema. Wir möchten deshalb den ,internen‘ Charakter der Veranstaltung beibehalten, um keine Scheu vor offenen Gesprächen entstehen zu lassen“, so Naeder.

Im Nachgang war von Werkleiter Christoph Kowanda zu erfahren, dass 18 Unternehmen sowie die Wirtschaftsförderung Erzgebirge vertreten waren. Ein Betriebsrundgang habe den Firmenvertretern die Möglichkeit gegeben, sich einen Überblick über die noch laufende Produktion bei Imeco zu verschaffen. „Ziel war es, den potenziellen neuen Arbeitgebern einen Eindruck über das bisherige Arbeitsumfeld sowie die Fähigkeiten der Mitarbeiter zu vermitteln“, erklärte Kowanda.

Im Verlauf der anschließenden Jobmesse konnten die Beschäftigten aus Produktion und Verwaltung dann Kontakte zu den Firmen knüpfen und sich mit ihren Lebensläufen teilweise auch gleich bewerben. Der allergrößte Teil der Belegschaft von derzeit noch circa 80 festangestellten Mitarbeitern hat diese Gelegenheit Kowanda zufolge genutzt. „Auch das erste Feedback der Teilnehmer nach Ende der Veranstaltung war sehr positiv. Dies stimmt optimistisch im Hinblick auf eine Vermittlung unserer Arbeitnehmer in neue und attraktive Arbeitsverhältnisse in der Region“, so der Werkleiter.

Gute Gespräche zwischen Hoffnung und Trauer

Die teilnehmenden Firmen kamen vor allem aus dem Erzgebirgskreis, zum Beispiel aus der Nachbarschaft in Elterlein, aus Crottendorf, aus Scheibenberg, aus Grünhain-Beierfeld, aus Mildenau, aus Drebach und aus Marienberg. Mit dabei war die Hugo Stiehl GmbH. Das Kunststoffverarbeitungsunternehmen aus Crottendorf ist laut Jens Süß, der unter anderem für Vertrieb und Kundenbetreuung zuständig ist, immer auf der Suche nach Mitarbeitern für die Produktion, aber auch für die Verwaltung.

„Es war eine sehr gute Veranstaltung, hinter der der gute Gedanke von Imeco stand, die Mitarbeiter möglichst gleich wieder in der Region in eine Anstellung zu bringen“, berichtete Süß. Tatsächlich habe sich ein Großteil der Imeco-Leute auf der Jobmesse umgeschaut. „Einige legten sogar direkt Bewerbungen bei uns vor. Es sind interessante Kandidaten darunter.“

Allerdings sei auch die Trauer über das Ende von Imeco immer spürbar gewesen. „Die Mitarbeiter hatten sich vom Neustart in Elterlein Zukunftssicherheit versprochen. Und nun das Aus“, sagte Süß, der hofft, dass viele der Imeco-Leute schnell anderswo unterkommen. Möglicherweise ja auch bei Hugo Stiehl in Crottendorf.

Die Nachricht, dass Imeco seinen Betrieb komplett einstellt, kam schon deshalb überraschend, weil das Werk im Erzgebirge erst 2022 von Königswalde nach Elterlein umgezogen war. Der Hersteller von Vliesstoffprodukten für den medizinischen, kosmetischen und technischen Bereich versprach sich davon nicht nur mehr Platz, sondern auch bessere Entwicklungschancen. Verbunden war der Umzug mit einer Investition von mehr als 8 Millionen Euro und einem Wachsen der Mitarbeiterzahl von knapp 40 auf mehr als 80. Imeco ist allerdings eine Tochtergesellschaft der Indus Holding AG mit Sitz in Bergisch Gladbach. Und der Mutterkonzern hat entschieden, dass Imeco seine Geschäftstätigkeit aus wirtschaftlichen Gründen einstellt. (kjr)

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