Westernflair zwischen Granitfelsen

Alte Hasen und Neulinge spielten zum Country Open Air auf der Naturbühne an den Greifensteinen. Ein Spektakel nicht nur für hiesige Musikfans.

Wie die Band "Walking Shoes", gaben sich am Wochenende viele Vertreter der Nationalen und Internationalen Country-Musikszene in Ehrenfriedersdorf die Ehre.
Burkhard Köhn zeigt Countryfans wie Trapper leben.

Von Lothar Müller

Die einen mochten es sanft und deutsch, andere rockig und englisch. Eines haben sie gemeinsam: sie wollen gute Countrymusik hören. Alle sind sie dabei auf ihre Kosten gekommen. Beim großen Country-Open-Air auf der Naturbühne an den Greifensteinen herrschte am Wochenende Western-Flair pur. Mehrere tausend Besucher zog es an die Granitfelsen.

Super Stimmung bei super Musik und auch das Wetter hat endlich einmal mitgespielt - bis auf wenige Ausnahmen. "Es wäre ja auch kein Country wenn es nicht zumindest mal ein bissel regnet", betonte Jürgen Schwind aus Ehrenfriedersdorf. Dabei erinnerte sich der Stammgast des Festivals, dass es zu der Veranstaltung mitunter schon so geschüttet hat, dass die halbe Naturbühne unter Wasser stand und Konzerte unterbrochen werden mussten. Nun gab es am Wochenende zur Abwechslung eben mal überwiegend eine Hitzeschlacht.

Das Berghotel Greifensteine hatte mit der Gestaltung des Programms einen "guten Riecher" bewiesen. Neben Stammgästen wie Pro Musicum, Gudrun Lange mit Kactus, Larry Schuba und Western Union oder Stargast Tom Astor, gaben einige Künstler ihr Debüt an den "Steinen". Jannet Bodewes aus den Niederlanden und ihre Begleitband Countryline kamen bei den Zuschauern sofort gut an. Die Sängerin kam stimmgewaltig mit einer "super Röhre" daher. Auch die Walking Shoes brachten Stimmung ins Publikum. Das Duo aus dem Rheinland sprach selbst von einer super Veranstaltung, die sehr professionell organisiert ist. Dabei haben die "Macher" jedes Jahr die Qual der Wahl bei der Auswahl der Künstler. Chef Jürgen Braun verriet wie sein Plan funktioniert: Er wählt aus einer große Kiste Demos aus, fährt zu Konzerten und Messen. "Country-Musik muss abwechslungsreich sein, wenn ich meine Auswahl vielleicht zehnmal hin- und her gehört habe, folgen die Verträge mit Sängern und Gruppen. So wird Country gemacht", so Braun.

Was aber ist der Reiz bei diesem Open-Air ? "Dass man hier Bekannte trifft, dass es immer wieder schön ist", betonte Petra Günther. Sie verriet, dass sie ganz in Familie jedes Jahr und seit ewigen Zeiten hier her kommt. Noch kein einziges Festival hat Jürgen Noske verpasst. "Hier geht es gesittet und familiär zu. Alle haben Freude an der Musik und das Publikum ist absolut friedlich", so der Thumer. Er hatte sich gerade Karten für das Internationale Country Musik Meeting im nächsten Jahr in Berlin geholt. "Dort trifft man immer mehr Erzgebirger", freute sich der Musiker.

Dafür kommen auch Berliner zum Festival ins Erzgebirge. Henry Liebing hatte im vergangenen Jahr erstmals "Blut geleckt" wie er sagte. Und der 43-Jährige wiederholte prompt seinen Spruch aus dem Vorjahr. "Det is richtig jut hier". Viele Cowgirls und Cowboys beherrschten die Szene, Hüte und Fahnen wurden geschwenkt. Und die Gäste sind sich darüber einig, dass die sogenannten Vorplatzprogramme dem Spektakel die richtige Würze geben: Westernmarkt, Truckparade und viel Musik. Burkhard Köhn präsentiert das Leben der Trapper, sprich Fallensteller, schon seit acht Jahren an den Greifensteinen.

Er war zugleich ein beliebtes Fotomodell. Dass er sein Hobby pflegt kommt nicht von ungefähr. "Wir haben schon als Kind Cowboy und Indianer gespielt", so Köhn.

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