Wetterstation verzeichnet neuen Rekord

Heiter bis wolkig Der Juni hatte es in sich. Am letzten Tag des Monats wurden in Schlettau 36,4 Grad gemessen. Nicht der einzige "Wüstentag" im Erzgebirge.

Schlettau.

Was war das für ein Juni? Eins steht laut dem Schlettauer Wetterfrosch Sven Ziller fest: Hitzerekorde im Erzgebirge, in Deutschland und Europa. "Das Temperaturmittel lag im Juni an der Kurt-Heitzig-Wetterstation in Schlettau bei 19,7 Grad Celsius." Klingt erst einmal angenehm, bedeutet aber, dass der Durchschnittswert aller in einem bestimmten Zeitraum gemessen Temperaturen, also auch nachts, bei knapp 20 Grad lag. Im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 heißt das, dass der Juni 5,9 Grad wärmer war, erläutert Ziller, der die Wetterstation betreibt.

Bei den 30 Tagen im Juni gehörten allein 19 zu den sogenannten Sommertagen mit Temperaturen über 25 Grad. Davon wiederum waren drei Tage heiß (mehr als 30 Grad Celsius) und zwei sogar sogenannte Wüstentage mit Spitzenwerten über 35 Grad. So wurden an der Kurt-Heitzig-Wetterstation am 26. Juni 35,1 Grad gemessen, am 30. Juni stieg das Thermometer sogar auf 36,4 Grad - Rekord.


Zwar gab es in der ersten Monatshälfte laut Wetterfrosch Ziller neun Tage, an denen es regnete. "Danach ist kein Regen mehr vom Erzgebirgshimmel gefallen. Es blieb sonnig, heiß und trocken." Ein Problem, denn 43 Liter pro Quadratmeter, diesen Wert ermittelte die Wetterstation, entsprechen gerade einmal der Hälfte der sonst eigentlich üblichen Regenmengen. Der meiste Niederschlag, immerhin 21,2 Liter auf den Quadratmeter, fiel in Schlettau am 10. Juni. An diesem Tag sei eine Unwetterfront über das Erzgebirge gezogen, die unter anderem in Schlettau auch für Hagelschäden sorgte. Alles in allem war der vergangene Juni aber der sonnigste und wärmste Juni seit Messbeginn an der Wetterstation.

Und wie geht es weiter? Es hat sich abgekühlt, wie die Erzgebirger spüren. Zeit zum Durchlüften. Aber eine erneute Hitzewelle sei erst einmal nicht in Sicht, sagt Ziller. "Die Trockenheit bleibt allerdings weiterhin ein sehr großes Thema." Nennenwerter Landregen sei vorerst nicht in Sicht. Zum Schluss noch eine Bauernregel: "Hört der Juli mit Regen auf, geht leicht ein Teil der Ernte drauf."

Fragen und Hinweise zum Thema Wetter können Interessierte direkt an Sven Ziller richten. Er ist unter der Mailadresse sven.ziller@wetterfrosch-erzgebirge.de erreichbar. In Kooperation mit "Freie Presse" fasst Ziller regelmäßig Wetterdaten für die Region zusammen. Mehr Informationen wie Grafiken finden Sie im Internet. www.wetterfrosch-erzgebirge.de

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