Wie die Geschichte weiterging: 2. Wohnung für Schutz von Frauen eingerichtet

Der Landkreis setzt auf ein eigenes Konzept - Frauenrechtler wollen jedoch ein Schutzhaus.

Annaberg-Buchholz.

Der Erzgebirgskreis hat zu Jahresbeginn seine zweite Frauenschutzwohnung in Betrieb genommen. Eigentlich sollte diese schon vergangenes Jahr zur Verfügung stehen. Doch offenbar sah die Verwaltung keine Eile geboten: Die erste Frauenschutzwohnung war bis Mitte Dezember noch unbenutzt. Die seit dem 1. September vorgehalten Wohnung bietet für bis zu drei Frauen mit ihren Kindern Unterschlupf vor akuter häuslicher Gewalt. "Auf Wunsch gibt es auch Beratung", so Kreissprecher Stefan Pechfelder. Zudem arbeite man eng mit den Frauenschutzhäusern im Umkreis zusammen. Auch zur Interventions- und Koordinierungsstelle zur Bekämpfung von häuslicher Gewalt und Stalking Chemnitz halte die Verwaltung engen Kontakt.

Die Standorte der beiden Wohnung hält die Verwaltung geheim. Während das für die um besseren Frauenschutz kämpfende Vereine noch verständlich ist, bleibt ihnen ein Rätsel, warum der Erzgebirgskreis auf Frauenschutzwohnungen setzt, anstatt auch im bevölkerungsreichsten Kreis Sachsens ein Frauenschutzhaus einzurichten - so wie es in fast allen anderen Kreisen des Freistaats geschehen ist. "Schutzwohnungen sind keinesfalls ausreichend und auch keine Alternative", so Andrea Schrutek (Die Linke), Mitglied der AG Lisa. Betroffene auf Frauenschutzhäuser anderer Kreise zu verteilen, hält sie für unsolidarisch. Vielleicht bekommt die Frauenschutzhaus-Idee bald neuen Auftrieb. Dies jedenfalls hofft die Vorsitzende des Frauenrates Sachsens Susanne Köhler. So soll noch dieses Jahr im Freistaat ein Dachverband Frauenschutzhäuser gegründet werden, der sich um solche Einrichtungen kümmert. "Auch um Fördergelder", so Köhler. Vielleicht ziehe ja dann der Erzgebirgskreis mit.

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