Wie die Geschichte weiterging: Auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer

Im Westen nichts Neues. Im Westerzgebirge auch nicht und im mittleren Erzgebirge schon mal gar nicht. Trotz fehlender Erfolgsmeldungen fasziniert die Suche nach Weltkriegsschätzen noch immer. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch in anderen Fällen.

Aue/Marienberg.

Wenn sich das Jahr zu Ende neigt und Bilanzen gezogen werden, ist das Bernsteinzimmer immer weit vorne mit dabei. Besser gesagt: Das noch immer verschollene Bernsteinzimmer.

Thomas Schade, ein Berichterstatter der ersten Stunde über die Schatzsuche-Euphorie in der Nachwendezeit, widmet der Jagd nach dem Bernsteinzimmer derzeit eine ganze Artikelserie in der "Sächsischen Zeitung". Andreas Förster, ein Journalistenkollege aus Berlin, der seinerzeit eines der ersten Bücher über die Suche nach Nazigold vorgelegt hat ("Schatzräuber"), ist ebenfalls noch an dem Thema dran. Vor ein paar Tagen recherchierte er in Südwestsachsen, um das Neueste zum Thema Poppenwald zusammenzutragen. Das wird einen Artikel in der Berliner Zeitung ergeben.

Wir, die wir an der Quelle sitzen, können das Fazit schon mal liefern: Nichts Neues im Westerzgebirge, im mittleren Erzgebirge auch nicht. Gleichwohl ist die Geschichte der Suche nach dem Bernsteinzimmer oder was immer dort im Poppenwald und unter der Deutschneudorfer Erdkruste versteckt liegen mag, natürlich weitergegangen.

Im Poppenwald hat die Arbeitsgruppe, die das ungelöste Rätsel lösen will, mehrere mögliche Erddepots untersucht. Erde war da, Depots nicht. Das gilt nicht als Misserfolg. "Es ging um den Ausschluss von Hinweisen. Hier können wir jetzt einen Strich darunterziehen", sagte Norbert Conrad, der die Leitung des Arbeitseinsatzes innehatte.

Im nächsten Jahr soll es eine weitere Grabung an einer Stelle geben, an der noch keiner nachgesehen hat, für die es aber gute Gründe gibt. Dafür wird ein Bagger durch die Zwickauer Mulde fahren müssen. Falls das nicht an umweltrechtlichen Genehmigungen scheitert, dürfte es spannend werden.

Mindestens genauso gespannt sind die Menschen in Deutschkatharinenberg: An der Grenze zu Tschechien läuft weiterhin eifrig die alternative Schatzsuche. Olbernhaus Bürgermeister Heinz-Peter Haustein vermutet das Bernsteinzimmer weiterhin im dortigen Fortuna-Stollen. Bei jüngsten Bohrversuchen wurde er jedoch von einem Wassereinbruch gestoppt. Ist das Bernsteinzimmer abgesoffen?

Nein, es ist nicht das Ende. Haustein lässt mit moderner Technik messen - und will schon bald einen weiteren Versuch starten. Die Geschichte geht also auch 2019 weiter. Falls nicht, würde uns etwas fehlen.

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