Windpark nun Thema in Gelenau

Die geplante Anlage im Amtsberger Ortsteil Weißbach wurde im Rat der benachbarten Kommune diskutiert. Grund ist die vorgesehene Erweiterung eines Wohngebietes.

Gelenau.

Nachdem es in Amtsberg schon heiße Diskussionen über den geplanten Windpark im Ortsteil Weißbach gegeben hat, beschäftigt dieses Thema nun auch die Nachbarkommune Gelenau. So wird sich die nächste Einwohnerversammlung, die am 11. November, 19 Uhr im Volkshaus stattfindet, um dieses Vorhaben einer Freiberger Firma drehen. Erste Informationen dazu gab Bürgermeister Knut Schreiter aber schon bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dies war notwendig geworden, da die Kommune ein Wohngebiet in Nähe der geplanten Windkraftanlage erweitern will.

Mit nur zwei Gegenstimmen beschloss der Gemeinderat, den Bebauungsplan für den "Wohnpark Volkshaus" zu verändern. Somit kommen vier Flurstücke zum Geltungsbereich dazu. "Es handelt sich um einen Streifen entlang der Ernst-Thälmann-Straße bis hoch zur Gartenanlage am Kegelsberg", so Schreiter. Was jetzt noch als Feld dient, soll eines Tages zum Zuhause vor allem junger Familien werden. "Es dient der Abrundung des Baugebiets", sagte der Bürgermeister zum Beschluss. Gleichzeitig erläuterte er, dass dies auch Einfluss auf den Abstand zum geplanten Windpark hat. Ging die Firma in ihren Unterlagen, die sie Schreiter zukommen ließ, von einem Abstand von 869 Metern zur Gelenauer Wohnbebauung aus, so würde diese Distanz durch künftige Eigenheime im neuen Bereich um 63 Meter schrumpfen.

Welche Folgen das für das Projekt der Freiberger Firma haben könnte, vermochte Schreiter nicht zu sagen, zumal die Gesetzgebung keine klare Abstandsregeln zu Windkraftanlagen vorgebe. "Wie sich unsere Pläne auswirken, müssen andere entscheiden", sagte er mit Blick aufs Landratsamt, bei dem ein Genehmigungsantrag der Firma vorliegt. Diese will laut Schreiter vier Windräder errichten, die etwa 13.000 Haushalte mit Strom versorgen würden. Der Bürgermeister verwies darauf, dass betroffenen Kommunen ein gewisser Anteil an dieser Energie zustehe. Nähere Erläuterungen waren durch einen Vertreter der Firma vorgesehen, doch der Besuch im Gemeinderat wurde coronabedingt abgesagt.

Zu einer angeregten Diskussion kam es dennoch. Dabei fragte Robert Penzis (Wählervereinigung Gelenau), welche Alternativen es denn zur Windenergie gebe: "Wir können nicht einfach sagen, wir wollen es nicht." Ergänzt durch den Hinweis, dass weitere Windkraftanlagen im Bereich Eisenstraße und Fischweg in Planung seien, betonte auch Schreiter: "Wir können uns der Diskussion zu erneuerbaren Energien nicht verschließen." In diesem speziellen Fall sei jedoch die Erweiterung der Wohnbebauung von Bedeutung. Auch Torsten Steidten (Die Linke) sprach sich im Sinne der Entwicklung des Ortes für die Erweiterung aus: "Wenn wir demografisch etwas tun wollen, müssen wir Grundstücke zur Verfügung stellen."

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