Wo Schüler und Ausbilder in spe erstmals aufeinandertreffen

Was will ich werden? Diese Frage beschäftigt Mädchen und Jungen frühzeitig. Orientierung wurde ihnen zur Ausbildungsmesse in der Silberlandhalle geboten.

Annaberg-Buchholz.

Es ging zeitweise recht eng zu am Samstag in der Annaberg-Buchholzer Silberlandhalle. Die Parkplatzsituation war angespannt. Die Ausbildungsmesse Erzgebirge 2018 für die Annaberger Region stand auf dem Programm, und die Silberlandhalle entpuppte sich als wahrer Besuchermagnet. Seit 12 Jahren in Folge findet die Veranstaltung zur Berufsorientierung für Schüler und Jugendliche statt. Organisiert von der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH und dem Landratsamt des Erzgebirgskreises. "Und die Besucherzahlen sind stetig steigend, wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz", schätzte Kerstin Hillig ein. Sie leitet den Geschäftsbereich Berufsorientierung bei der Wirtschaftsförderung. Vor allem Mädels und Jungs aus den siebten und achten Klassen oder der neunten Klassen der Gymnasien waren mit ihren Eltern zur Messe gekommen. 103 Aussteller gaben umfangreichen Einblick in die verschiedensten Berufe und Ausbildungsformen. "Mehr Aussteller gehen nicht", machte Kerstin Hillig deutlich. Dabei handelte es sich überwiegend um Unternehmen und Betriebe mit Firmensitz im Altkreis Annaberg. Denn jedes Jahr finden insgesamt vier Messen statt, in jedem Altkreis eine Veranstaltung. Azubis werden in vielen Unternehmen teils händeringend gesucht. Kerstin Hillig betätigte, dass es bei einigen handwerklichen Berufen in einigen Jahren mit Mitarbeitern richtig eng werden könnte. "Bei den Tischlern läufts noch ganz gut, bei den Installateuren klemmts", nannte sie ein Beispiel.

Lucien Böhlmann interessiert sich für eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Heizung, Sanitär und Klimatechnik. Der 14-Jährige ließ sich dazu mit seinen Eltern bei der Drechsler Haustechnik GmbH ausgiebig beraten. "Ich möchte einen Beruf ausüben, der Abwechslung bietet und wo ich mich am Ende des Arbeitstages über das freuen kann, was ich geschaffen habe", betonte der Jugendliche aus Geyer. Benjamin Reichelt vom Ehrenfriedersdorfer Unternehmen bestätigte, dass der Betrieb händeringend Lehrlinge sucht. "Wir gehen an die Öffentlichkeit und besuchen die verschiedensten Ausbildungsmessen, um Azubis zu gewinnen", so Benjamin Reichelt. Er unterstrich, dass Anlagenmechaniker ein sehr abwechslungsreicher Beruf ist, bei dem man zudem nie auslernt. Wichtig sei bei der Tätigkeit aber auch der entsprechende Umgang mit den Kunden.

Die Fleischerei Petzold aus Buchholz sucht Auszubildende in Sachen Fachverkäuferin oder eben auch Fachverkäufer. "Die jungen Leute müssen natürlich Liebe und Lust zum Beruf haben, müssen ein freundliches Auftreten mitbringen und sich mit der Zeit in der Produktpalette gut auskennen", nannte Carla Langer, Inhaberin des Betriebes in der vierten Generation einige notwendige Bedingungen. Fabian Loeber aus Annaberg-Buchholz kämpfte sich mit seinen Eltern noch durchs Gedränge. "Ich bin handwerklich interessiert und suche etwas in Richtung Metallbau, wie eventuell Werkzeugmechaniker", hat der 16-Jährige klare Vorstellungen. Eben in diesem Beruf zum Mechatroniker sowie unter anderen zur Industriekauffrau bildet die Hugo Stiehl GmbH, Kunststoffverarbeitung aus. "Wir haben zurzeit 12 Azubis, die drei beziehungsweise dreieinhalb Jahre lernen", berichtete Monika Herrmann, Personalchefin des Unternehmens. Dabei machte Monika Herrmann deutlich, dass dem Betreib viel daran liegt, die Leute nach Abschluss der Lehre auch zu behalten. Ausbildungsbedarf besteht in den verschiedensten Bereichen: "Diese Messe ist dazu eine wichtige Sache und ein guter Anlaufpunkt", betonte der CDU- Landtagsabgeordnete Ronny Wähner, der sich unter die Besuchermassen gemischt hatte. Der Landtagsabgeordnete, zugleich ehrenamtlicher Bürgermeister von Königswalde, ist sich sicher, dass die positive Lehrstellensituation auch ein Zeichen der guten Wirtschaftslage ist.

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