Wohngebiet und Gewerbegebiet bieten noch Potenzial

Der Bürgermeister sieht Sehmatal mit Dorfentwicklungs- und Tourismuskonzept gut gerüstet. Die Gemeinde will der demografischen Entwicklung positiven Trend entgegen setzen.

Sehmatal.

"Ganz gut gerüstet" sieht Bürgermeister Andreas Schmiedel die Gemeinde Sehmatal für die nächste Legislaturperiode. Sowohl in theoretischer Hinsicht - mit den beiden wichtigen und langfristigen Konzeptionen in Sachen Dorfentwicklung und Tourismus. Als auch in praktischer Hinsicht, denn mit der Umsetzung der ersten Vorhaben ist bereits begonnen worden.

Allein in diesem Jahr sollen in der Gemeinde knapp fünf Millionen Euro investiert werden. Das Ziel: Mit einem attraktiven Ort sollen einerseits die Einwohner gehalten beziehungsweise neue dazu gewonnen werden, andererseits aber auch mehr und mehr Gäste gelockt werden. "Wir haben zwar nicht so viele Übernachtungen, aber dennoch sorgt der Tourismus für Wertschöpfung im Ort", macht der Bürgermeister deutlich. Auch deshalb sind ihm Dinge wie der Skilift am Paulusberg oder auch das Freibad in Sehma wichtig, dass in naher Zukunft einen neuen Wasserspielplatz erhält. Generell sieht er gerade in Sachen Tourismus insgesamt noch großes Potenzial - zum Beispiel beim Thema Eisenbahn, einem der touristischen Zugpferde des Ortes. Und auch die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden sowie mit den tschechischen Nachbarn und Partner soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden.

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Zwei Schwerpunkte für die nächsten fünf Jahre sieht Andreas Schmiedel zudem in der Erschließung von Bauland und von Gewerbeflächen. Unter anderem soll mit sieben neu ausgewiesenen Flächen für Eigenheime, von denen sich die ersten schon im Bau befinden, der demografischen Entwicklung ein positiver Trend entgegen gesetzt werden - ebenso wie mit der endgültigen Erschließung des Wohngebietes im Ortsteil Neudorf. Dort sei der erste, größere Teil bereits bebaut. Ein zweiter Teil biete aber noch Potenzial für neun bis zehn Einfamilienhäuser. Die entsprechende Planung sei bereits beauftragt. Der Bürgermeister hofft, dass im nächsten Jahr gebaut werden kann.

Auch in Sachen Gewerbeansiedlung sieht Andreas Schmiedel noch Möglichkeiten. So gebe es beispielsweise im Gewerbegebiet an der Salzstraße im Ortsteil Cranzahl auf einer Fläche von etwa vier bis fünf Hektar in Richtung Walthersdorf noch Optionen. Dafür sei allerdings die Überarbeitung des vorliegenden Bebauungsplanes notwendig. Da es aber regelmäßig Anfragen gebe, sollen diese Planungen mit vorbereitet werden.


28 Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich zur Wahl

Alternative für Deutschland:

Klaus Piering, Hermann Haas

Bündnis 90/Die Grünen:

Hermann Löser

Christlich Demokratische Union:

Dieter Flade, Michael Rosenthal, Joachim Schwill, Ulrich Bach, Jens Köhler, Thomas Kaufmann, Dr. Thomas Steinberger, Andreas Klemm

Die Linke:

Claus Vogel

Freie Wähler Bürgerforum:

Anja Illing, Sebastian Nestler, Steffen Grund, Sarah Schlosser, Sabine Lang, Stefan Schmiedel, Daniel Weinhold, Christina Meier, Tobias Herrmann, Claudia Becher, Andreas Koch, Nico Orgis, Claudio Lenk, Andreas Meyer, Tilo Mierwald, Torsten Süß


Zahlen und Fakten

Sehmatal besteht aus den einst eigenständigen Gemeinden Sehma, Cranzahl und Neudorf. Sie haben sich 1999 zusammengeschlossen. Das Flüsschen Sehma, das einst dem Tal den Namen gegeben hatte, gab es nun auch dem neu gebildeten Ort.

Die Gemeinde erstreckt sich auf knapp 45 Quadratkilometern. Dort leben etwa 6500 Einwohner. (af)


Hausaufgaben für den neuen Gemeinderat

Stefan Süß aus dem Ortsteil Kretscham-Rothensehma freut sich, dass die freiwillige Feuerwehr des Ortsteiles seit nunmehr drei Jahren ein neues Einsatzfahrzeug hat und gegenwärtig auch ein neues Feuerwehrdepot erhält. Dennoch gibt es in seinem Ortsteil auch noch einiges, womit er nicht zufrieden ist. Das wohl größte Problem, darin seien sich alle Kretschamer einig: Die Hauptverkehrsader des Ortes müsse einen Fußweg erhalten. "Da sich rechts und links Leitplanken befinden, kann kein Fußgänger ausweichen", schildert er die Situation. Zudem spricht er das Parkplatzproblem an. Insbesondere an den Wochenenden, wenn viele Wanderer unterwegs seien, werde meist überall unkontrolliert geparkt. Und dann müsste auch der Wiesenweg in Angriff genommen werden: "Der sieht nicht besonders aus und ist vor allem bei nasser Witterung nur schwierig zu passieren", kritisiert Stefan Süß.

Simone Hänel leitet im Ortsteil Cranzahl das evangelische Seniorenpflegeheim des Diakonischen Werkes Annaberg-Stollberg. "Ein Pfund, mit dem die Gemeinde Sehmatal wuchern kann", sagt sie. Und weiß - auch mit Blick auf die Bewohner des Hauses, die zum goßen Teil aus dem Ort kommen - die gute Infrastruktur vor der Haustür zu schätzen. "Hier gibt es eben noch Bäcker, Fleischer und Drogerie beispielsweise", sagt sie und verbindet damit die Hoffnung, dass diese Einkaufsmöglichkeiten auch in den nächsten Jahren erhalten bleiben. Ein Problem, dass sie besonders beschäftigt: der fehlende Busverkehr am Wochenende. Dafür müsste dringend eine Lösung gefunden werden. Denn so sei es nicht nur für viele Besucherinnen und Besucher des Heimes schwierig, am Wochenende nach Sehmatal zu kommen. Auch einige potenzielle Arbeitskräfte, die im Schichtdienst des Heimes dringend gebraucht werden, sind deshalb wieder abgewandert.

Ute Kaufmann betreibt im Ortsteil Cranzahl eine Ferienwohnung. Ihre Hausaufgabe für den neuen Gemeinderat: das neu beschlossene Tourismuskonzept umsetzen. Dazu gehört aus ihrer Sicht beispielsweise auch, dass die touristischen Vermieter aus dem Ort wieder auf der örtlichen Homepage zu finden sind - insbesondere bei einem Staatlich anerkannten Erholungsort. Oder auch, dass der Bahnhof in Cranzahl endlich einen behindertengerechten Übergang erhält. Denn die jetzt vorhandenen Treppen seien auch für Mütter oder Väter mit Kinderwagen nur schwerlich allein zu bewältigen.

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