Wohnungsgesellschaft investiert erstmals wieder fast eine Million

Weniger Leerstand ist seit seinem Einstieg 2008 bei der SWA das erklärte Ziel von Geschäftsführer Sven Schreiter. Diese Vision könnte in den nächsten Jahren tatsächlich Wirklichkeit werden. Und das nicht nur in Annaberg, sondern auch in Buchholz.

Annaberg-Buchholz.

Circa 32 Millionen Euro belasten die Städtische Wohnungsgesellschaft mbH Annaberg-Buchholz (SWA) noch. Dabei handelt es sich um einen Altkredit. Dieser wurde noch weit vor dem 2008 erfolgten Einstieg von Sven Schreiter als SWA-Geschäftsführer von der Gesellschaft aufgenommen. Aufgrund drastischer Sparmaßnahmen und einer mit der Bank ausgehandelten Zinssenkung gelingt es inzwischen, die Hypothek Jahr für Jahr um rund eine Million Euro abzubauen. Dennoch wird weiter investiert beziehungsweise finden Instandhaltungsmaßnahmen an den Objekten statt. In diesem Jahr steht dafür erstmals wieder auch fast eine Million Euro zur Verfügung, sagt Schreiter.

Mindestens 200.000 Euro davon sollen in das Objekt Barbara-Uthmann-Ring 131, das sogenannte Hochhaus, fließen. Dort steht die schon für 2018 geplante Erneuerung des Aufzuges an. Dieser soll dabei gleichzeitig barrierefrei eingebaut werden. Bislang muss man eine halbe Treppe nach oben gehen, erläutert Schreiter. Zudem plant er, in dem Gebäude zehn Wohnungen behindertengerecht umzubauen. Dafür sei erstens der Bedarf vorhanden und zweitens handele es sich beim "Hochhaus" ohnehin um einen altersgerechten Block. Eine noch nicht genau definierte Summe stehe wie jedes Jahr für die Instandhaltung zur Verfügung. Dieses Jahr soll sich dabei unter anderem Treppenhäusern angenommen werden. Und um die 100.000 Euro werden in den Umbau leer stehender Wohnungen zu Wohngemeinschaften inklusive deren Möblierung benötigt. Fünf bis sechs solche Einheiten für maximal drei bis vier Leute sollen bis Sommer entstehen. Ziel sei es, damit den Referendaren, die ab August an der neuen Lehrer-Ausbildungsstätte in Annaberg-Buchholz ihr Studium fortsetzen, günstige Unterkunftsmöglichkeiten zu bieten. Und Schreiter denkt noch weiter. Wenn die aktuellen Pläne der Kreisstadt mit Campus-Projekt, Industriegebiet und Hochschule alle aufgehen, werden noch viel mehr Wohnungen benötigt. Deshalb plant er perspektivisch, vor allem in Buchholz derzeit ungenutzten Wohnraum auf Vordermann zu bringen. Damit könne sicher etwas von dem aktuellen Leerstand, der bei rund 18 Prozent liege, abgeknabbert werden, hofft Schreiter. Schon derzeit betreibe die SWA vier Gästewohnungen, ausgestattet unter anderem mit schnellem W-Lan, die sehr gut ausgelastet seien.

Apropos schnelles Internet. Für die Zukunft setzt die städtische Wohnungsgesellschaft auf Glasfaser. Überall dort, wo künftig Wohnungen renoviert beziehungsweise saniert werden, soll die neue Technik gleich mit Einzug halten, verspricht Scheiter. Das sei heute einfach ein Standortvorteil.

Stark zurückgegangen ist vergangenes Jahr die Anzahl der Zwangsräumungen. Laut Schreiter hat es davon nur sechs gegeben. In den meisten Fällen waren dabei Einzelpersonen betroffen, sagt Monika Schiefer, Leiterin Wohnungswirtschaft. 2017 mussten noch 15 Wohnungen zwangsgeräumt werden. Eingeleitet werden könne ein solcher Vorgang, der bis zu seinem Abschluss rund ein dreiviertel Jahr dauere, wenn zwei aufeinanderfolgende Monatsmieten nicht gezahlt worden sind. Allerdings, und das beunruhigt den SWA-Chef fast mehr, verstärkten sich die zwischenmenschlichen Probleme in den Unterkünften. So beschwerten sich etwa immer mehr ältere Mieter, wenn in der Nachbarwohnung mal ein Kind schreit. "Anstatt miteinander zu reden, wird dann bei uns angerufen", erzählt Schreiter.

Neben dem Thema Wohnen hat die SWA aktuell aber noch eine ganz andere Aufgabe auf dem Tisch liegen. Das ist der Aufbau einer Online-Plattform, über die hiesige Händler regionale Produkte verkaufen können. Jeder dürfe dabei mitmachen. "Ende des Jahres soll alles stehen", sagt Schreiter.

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