Worauf es beim Fliegen von Drohnen zu achten gilt

In einem Kurs an der hiesigen Volkshochschule haben Teilnehmer jetzt Wissenswertes zu den Multikoptern erfahren. Ausbilder Jörg Vogel informierte nicht nur über die Technik, sondern auch über die vielen Regeln, die es beim Bedienen einzuhalten gilt und die sich bald ändern werden.

Aue.

Zwei Teilnehmer haben sich dieser Tage am Beruflichen Schulzentrum in Aue eingefunden, um Jörg Vogels Volkshochschulkurs "Die Welt von oben - Workshop und Einweisung zum sicheren Umgang mit Drohnen" zu absolvieren. Der Drohnenpilot- und Ausbilder gründete 2013 sein Unternehmen "Copterservice" und gibt sein Wissen zudem innerhalb verschiedener Kurse mittlerweile auch an angehende Drohnenpiloten weiter.

Drohnen sind beliebt, etwa bei Hobbyfotografen. Denn sie ermöglichen ungewohnte Ansichten aus der Luft. Zu Beginn des Kurses ging Vogel zunächst auf die Technik eines solchen Multikopters ein. "Unterschieden wird zwischen Drohnen mit vier, sechs oder auch acht Propellern", erläuterte der 67-Jährige. In derartigen Fluggeräten sind demnach zahlreiche Systemkomponenten verbaut. Dazu gehören ein GPS-Modul, ein Kompass, Sender für das Livebild, Positions-LED sowie verschiedene Sensoren. Weil viele Drohnen über eine Kamera verfügen, wurde sich auch mit Fotorechten beschäftigt.

Außerdem ging es im Kurs ausführlich um die gesetzlichen Regelungen zum Fliegen einer Drohne. "Drohnen sind keine Spielzeuge, sondern Flugmodelle im Freizeitbereich und unbemannte Luftfahrtsysteme bei der gewerblichen Nutzung", erklärte der Adorfer. Sie müssen laut der Luftverkehrsordnung in Sichtweite geflogen werden und dürfen vom jeweiligen Standort aus maximal 100 Meter hoch aufsteigen. Darüber hinaus ist ein seitlicher Abstand von 100 Metern zu Unglücksorten, Menschenansammlungen, Industriegebieten, Bundesverkehrswegen und Krankenhäusern einzuhalten. Zu Flughäfen sind es mindestens 1,5 Kilometer. Nachts darf nicht geflogen werden, auch über Naturschutzgebieten und Bundesbehörden ist es verboten.

Wohngrundstücke dürfen nur dann überquert werden, wenn der Eigentümer vorher seine Zustimmung erteilt hat. Des Weiteren sind Flüge innerorts beim Ordnungsamt oder bei der Polizei anzumelden. Je nach Gewicht der Drohne gibt es eine Kennzeichnungs-, eine Erlaubnis- sowie eine Versicherungspflicht und ist ein Kenntnisnachweis erforderlich. Zum 1. Januar 2021 wird es eine neue EU-Drohnen-Regulierung ge-ben, die die Flugkörper in drei Kategorien einteilt: offene, spezifische und zulassungspflichtige. "Für die meisten privaten und gewerblichen Piloten trifft die offene Kategorie zu, in der die Regelungen weitestgehend bestehen bleiben", so Vogel. Zu den Neuerungen gehört eine Höhenbegrenzung auf 120 Meter und voraussichtlich ein Online-Test zum Kenntnisnachweis für jeden, dessen Drohne schwerer als 250 Gramm ist.

Der nächste Kurs von Jörg Vogel findet am 24. Oktober in der Zeit von 9 bis 14 Uhr im Medienpädagogischen Zentrum des Erzgebirgskreises in Stollberg statt. Weitere Termine für das kommende Jahr sind bereits in Planung.

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.