Helene Fischer und ihre vierbeinige Fangemeinde

Die 18-Jährige aus Lengefeld singt zwar nicht, ist jedoch auch Superstar - als beste sächsische Auszubildende zum Landwirt. Ihr Wissen muss sie bald erneut unter Beweis stellen.

Lengefeld.

Bei der noch bis morgen auf dem Leipziger Messegelände stattfindenden Agra, der der größten Ausstellung für Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft in Mitteldeutschland, werden die besten Auszubildenden in der Sparte Landwirt ausgezeichnet. Siegerin im Landesausscheid des Berufswettbewerbs ist Helene Fischer - nicht der Schlagerstar, sondern eine junge Frau aus Lengefeld. Sie befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr zum Landwirt, ihr Lehrbetrieb ist die Agrar GmbH Zschopautal Großolbersdorf mit dem Milchgut Heinzebank.

Der Landesausscheid fand im Sächsischen Lehr- und Versuchsgut Köllitsch statt. Die Prüfung bestand aus einer schriftlichen Arbeit über Fachtheorie und Allgemeinwissen sowie einem Vortrag zu "Haltungs- und Aufstellungsformen im Ausbildungsbetrieb". Der praktische Teil befasste sich mit Tierbeurteilung und der Bonitur, das ist die fachgerechte, qualitative Beurteilung eines Getreidefeldes.


"Als das Ergebnis bekannt gegeben wurde, habe ich mich sehr gefreut und innerlich gejubelt", beschreibt Helene Fischer den Moment der Verkündung. Moralische Unterstützung hatte sie beim Berufswettbewerb von ihrer Ausbilderin erhalten. "Helene musste aber alles allein bewältigen, ich war nur dabei", erzählt Marleen Engelbrecht. Die Hohndorferin war selbst "nur" auf Kreisebene erfolgreich, ihr Schützling ist jetzt schon eine Runde weiter.

Für Helene Fischer stand nie etwas anderes als die Ausbildung zur Landwirtin zur Debatte. "Meine Eltern haben einen Hof mit 50 Kühen, ich bin mit Tieren und der Landwirtschaft aufgewachsen", erzählt die 18-Jährige. Ihre Eltern hätten sie jedoch nie dazu gedrängt, einen landwirtschaftlichen Beruf zu ergreifen. "Als ich meinem Vater am Telefon mein gutes Wettbewerbsergebnis mitgeteilt habe, war er richtig aus dem Häuschen", erinnert sich Helene Fischer.

Im elterlichen Betrieb stehen 50 Kühe, im Ausbildungsbetrieb dagegen 1500. "Das ist schon eine andere Größenordnung. Die Lehre macht mir unheimlich Spaß, besonders der Umgang mit den Tieren", sagt die junge Frau. Aber auch mit großen Maschinen muss die Lengefelderin zurecht kommen, das An- und Abhängen eines Traktoranhängers sowie die Fahrt durch einen Parcours inklusive Rückwärtsfahren stand auf der Prüfungsliste in Köllitzsch.

Im Juni erwartet die junge Frau die nächste Bewährungsprobe, denn sie hat sich als sächsische Meisterin für den Bundeswettbewerb qualifiziert: "Der findet vom 11. bis 16. Juni in Güstrow statt. Ich freue mich schon sehr darauf - das wird mit Sicherheit wieder aufregend."

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