Zu teuer - Hohe Baupreise verzögern manches Projekt

Die Anbindung von Walthersdorf ans zentrale Abwassernetz geht in der Hauptstraße gut voran. Doch mehrere Nebenstrecken müssen noch warten. Ähnliche Probleme gibt es auch in Annaberg.

Walthersdorf/Annaberg.

Seit 2017 leben die Walthersdorfer während der Bau-Saison im Erzgebirge mit einer gesperrten Hauptstraße. Der Ort wird zum großen Teil ans zentrale Abwassernetz angeschlossen. Was die Ortsdurchfahrt betrifft, rückt nun die letzte Etappe näher. Klappt alles, soll ab 22. Juli mit den Arbeiten im Bereich zwischen der Einmündung Scheibenberger Straße und dem Ortsausgang in Richtung Crottendorf begonnen werden. "Es läuft sehr gut", sagt Jörg Walther, der Geschäftsführer des Abwasserzweckverbands Oberes Zschopau- und Sehmatal (AZV). Anders als 2018 sind Probleme mit Fels im Untergrund, die die Arbeiten erheblich verzögert hatten, bisher ausgeblieben. Schwierigkeiten gibt es aber auf anderem Gebiet. Diese hängen mit Baupreisen zusammen und sorgen dafür, dass der geplante Baustart auf Nebenstrecken noch offen ist.

Das betrifft etwa Straßen wie den Adlerweg und die Strecke Am Rosenbach, die ebenso ans zentrale Abwassernetz angeschlossen werden sollen. Zudem werden andere Beteiligte wie der Trinkwasserversorger mit im Boot sein. Das alles sei im Paket ausgeschrieben worden, beinhaltete zum Beispiel auch den Ausbau des Adlerwegs im Auftrag der Gemeinde. Mit rund 3,22 Millionen Euro lag das wirtschaftlichste Angebot für alles aber fast 50 Prozent über der Kostenberechnung. Zu viel, wie die Verantwortlichen befanden. Nach einer Abstimmung mit den beteiligten Partnern entschied die Verbandsversammlung des AZV, die Ausschreibung aufzuheben.


Laut Geschäftsführer Jörg Walther sollen die Arbeiten nun unterteilt und einzeln ausgeschrieben werden, sodass auch kleinere Baufirmen eine Chance haben, sich zu beteiligen. Gebaut werden soll in diesem Jahr soweit, wie es möglich ist, der Rest dann 2020. "So eine Entscheidung ist eine Ausnahme", sagt Walther. Ein Einzelfall in der Region ist sie aber nicht. Schon 2018 hatte etwa die Gemeinde Crottendorf eine Ausschreibung in Bezug auf den Bau der neuen Kinderkrippe aufgehoben und den Start auf 2019 verschoben. Ursache: Das damals vorliegende wirtschaftlichste Angebot für die Baumeisterarbeiten lag mit rund 740.300 Euro fast 30 Prozent über der Berechnung. Nach einer zweiten Ausschreibung wurde ein Angebot von 688.000 Euro befürwortet, der Bau ist im Gang.

Indes wird auch der AZV wegen hohen Baupreisen ein weiteres Projekt verschieben, ein anderes gar nicht angehen. Wie Geschäftsführer Jörg Walther erklärt, sollen für 2019 geplante Arbeiten am Zapfenzug in Kleinrückerswalde erst nächstes Jahr erfolgen und neu ausgeschrieben werden. Im Fall einer Deckenerneuerung der Großen Kirchgasse in Annaberg zwischen der B 95 und der katholischen Kirche sieht der Verband von Arbeiten ab. Die Stadt habe im zweiten Anlauf nur noch die Deckenerneuerung ausgeschrieben. "Wir werden Reparaturen vornehmen, aber den Kanal nicht komplett auswechseln wie das ursprünglich vorgesehen war", so Walther. Dessen Zustand sei nicht so schlecht, dass das unbedingt erforderlich ist. Der Grund: Der AZV hatte für die Arbeiten mit Kosten von 338.000 Euro gerechnet, aber das wirtschaftlichste Angebot hätte für den Verband einen Anteil von 574.000 Euro bedeutet. Das sei nicht machbar. "Wir müssen abwägen, können nicht jeden Preis mittragen", sagt Walther. Schließlich kommen die Eigenmittel des AZV von den Gebührenzahlern, Fördermittel seien Steuergeld.

Gute Nachrichten hat der Geschäftsführer hingegen, was die Walthersdorfer Hauptstraße betrifft. Derzeit werde im Bereich zwischen der Brücke am einstigen "Café Fröhlich" und der Einmündung Scheibenberger Straße der Straßenbau vorbereitet, am 8. Juli soll das Asphaltieren starten. Ziel ist, die Arbeiten bis 21. Juli abzuschließen. Da es danach mit dem nächsten Abschnitt weitergeht, bleibt die Ortsdurchfahrt gesperrt. Erleichterungen bringt das Ende der jetzigen Etappe dennoch mit sich. Laut Landratsamt wird dadurch etwa die Zufahrt zum Gewerbegebiet Walthersdorf auch aus Richtung Schlettau wieder uneingeschränkt möglich.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    1
    Interessierte
    05.07.2019

    So sieht es jetzt im Stadthallenpark gegenüber der Treppen zur Stadthalle aus , früher war dort mal Wiese …
    Und weiter unten vor den Blumen hat sich eine Kuhle gebildet , dort sammelt sich im Winter das Wasser an und wenn es gefriert , hat man dort eine natürliche Eisbahn , besonders für viele kleine Kinder ganz ungefährlich ….



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...