Zu teuer: Krippenbau wird verschoben

Crottendorfs Rat hat die erste Auftragsvergabe für das Millionenprojekt abgelehnt. Ein Baustart in diesem Jahr ist passé.

Crottendorf.

Die Pläne stehen schon lange fest: In unmittelbarer Nachbarschaft der Crottendorfer Kindertagesstätte "Bärenkinder" soll eine neue Kinderkrippe mit 50 Plätzen entstehen. Doch nachdem die Vorbereitungen länger gedauert haben und auch die Baugenehmigung später vorlag als erhofft, war ein Baustart im Frühjahr nicht möglich. Nun aber sollte der Rat über die erste Auftragsvergabe entscheiden. Geplant war, dass die Arbeiten im September beginnen. Doch jetzt steht fest: Das Projekt wird verschoben.

Diese Entscheidung fiel am Donnerstagabend einstimmig. Denn die Kosten für die Baumeisterarbeiten, die vergeben werden sollten, lagen fast 30 Prozent über dem geplanten Wert. Vier Angebote waren eingegangen, das wirtschaftlichste hatte eine Firma aus der Kreisstadt mit einer Summe von rund 740.300 Euro vorgelegt. Zum Vergleich: Die Kostenberechnung der Planer war von etwa 578.000 Euro ausgegangen. Dafür sollten der Tief- und Erdbau sowie Arbeiten am Rohbau erfolgen.

"Die Summe, die wir darüber liegen, erscheint mir sehr hoch", sagte Bürgermeister Sebastian Martin (parteilos). Damit war er nicht allein. "Der Rat hat sich zum Bau bekannt. Aber wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen, wie wir das finanzieren können. Das sind fast 200.000 Euro mehr, das ist nicht aus der Portokasse zu nehmen", erklärte Jörg Lötzsch (CDU). Es sei zudem erst die erste Auftragsvergabe, über die entschieden werden sollte. Weitere müssten folgen. "Wenn wir überall 20 bis 30 Prozent Mehrkosten hätten, kommen wir vielleicht bei einer Gesamtsumme von 2 Millionen Euro für die neue Krippe raus. Das muss genau überlegt werden", fügte Lötzsch hinzu. Bislang geht die Gemeinde von rund 1,6 Millionen Euro Baukosten aus. Der Rat hatte entschieden, dass das die Obergrenze ist. Fest steht, dass die Gemeinde rund 1 Million Euro Zuschüsse bekommt. Laut Bürgermeister Sebastian Martin ist das eine feste Förderung - das heißt, alles andere muss die Gemeinde selbst finanzieren.

"Wir stehen alle hinter dem Neubau. Aber es gibt den Beschluss, dass er maximal 1,6 Millionen Euro kosten soll", erklärte Ina Brandt (Bürgerforum). Wenn man da schon beim ersten Auftrag fast 200.000 Euro darüber liege, wo solle das hinführen? "Vielleicht gibt es ja im Frühjahr neue Preise. Wir sollten die Arbeiten noch einmal ausschreiben", sagte sie. So ist nun auch der Plan, das Ganze soll in der Haushaltsdiskussion mit betrachtet werden. "Wenn wir überall 30 Prozent über der Kostenberechnung liegen, kämen wir am Ende auf 2,1 Millionen Euro", so Bürgermeister Sebastian Martin. Das müsse man genau betrachten.

Indes versicherte er, dass das Projekt so umgesetzt werden soll, wie es geplant ist. "Wir wollen nicht die Hälfte wegstreichen." Denn Crottendorf braucht die neue Krippe dringend. "Wir haben zurzeit wirklich nicht viel Platz", erklärte Martin. Wenn auch nur eine Tagesmutti krank werde und man vertretungsweise weitere fünf Kinder betreuen müsste, wäre das schon sportlich. Der Neubau soll auch dazu führen, dass Kinderkrippen-, Kindergarten- und Hortkinder künftig in separaten Gebäuden untergebracht sind und somit mehr Platz zur Verfügung steht. Erst vor Kurzem sind räumliche Änderungen für Grundschüler und Hortkinder umgesetzt worden, um die Situation zu verbessern.

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