Zukunft von Asylheim ist nach Brand unklar

Landkreis: Weiterbetrieb der Unterkunft hängt von Schadenshöhe ab

Spinnerei.

Nach dem Feuer im Asylbewerberheim am Freitag im Drebacher Ortsteil Spinnerei ist ungewiss, ob das Gebäude wieder als Asylunterkunft genutzt werden kann. Ein Weiterbetrieb ist maßgeblich von der Höhe des entstandenen Sachschadens abhängig, teilte das Landratsamt gestern mit. Der Betreiber und Eigentümer der Immobilie habe ein Gutachten über die Schadenshöhe in Auftrag gegeben. Sobald alle Informationen vorliegen, soll es Gespräche zwischen Eigentümer und Kreisverwaltung geben.

Die 90 Bewohner des Heimes - alleinstehende Männer und eine Familie - sind nach dem Feuer auf die zentralen Unterkünfte im Marienberger Ortsteil Hüttengrund sowie in Zschopau verteilt worden. Hauptherkunftsländer sind der Libanon, Indien, Irak, Pakistan und Tunesien. In der Gemeinschaftsunterkunft im Hüttengrund leben laut Landratsamt nunmehr 123 Flüchtlinge, im Heim an der Zschopauer Johannisstraße sind es 63.

Über das Motiv des mutmaßlichen Brandverursachers gibt die Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine Auskunft. Nach Abschluss werde der Fall der Staatsanwaltschaft übergeben, die entscheidet, ob Anklage erhoben wird. Bei dem 24-Jährigen, der sich am Freitag bei einem Sprung aus dem Fenster schwer verletzte, sowie dem Tatverdächtigen handele es sich um ein und dieselbe Person. Das Zimmer, in dem sich der Iraker aufhielt und in dem der Brand ausgebrochen war, soll von innen verschlossen gewesen sein. Der Mann wird laut Landratsamt im Klinikum Chemnitz behandelt. Der Vertreter des Heimleiters, der mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht wurde, sei wieder wohlauf.

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