Zur Meisterschaft lassen Pfarrer Muskeln spielen

Die Kirchgemeinde an Fichtelberg und Bärenstein wartet zum internationalen Großereignis in Oberwiesenthal mit einem eigenen Programm auf - durchaus breit aufgestellt.

Oberwiesenthal.

Sportlich wird es zur bevorstehenden Junioren-Weltmeisterschaft in den nordischen Skidisziplinen in Oberwiesenthal nicht nur auf den Schanzen und in den Loipen, sondern auch in den Kirchen. Denn die Kirchgemeinde an Fichtelberg und Bärenstein wartet in den Tagen vom 28. Februar bis zum 8. März mit einem eigenen Programm in der Martin-Luther-Kirche und in der katholischen Christkönigskirche auf.

Und eröffnet wird das Programm gleich mal vom "breitesten Pastor Deutschlands". So jedenfalls vermarktet sich der 40-jährige Marcus Schneider aus Wuppertal in den sozialen Netzwerken. Muskelbepackt und tätowiert verbindet der Fitnessfanatiker auf seine Weise "Glauben, Muskeln und Tattoos". Predigt er sonst vor allem in der freikirchlichen Christusgemeinde in Wuppertal, ist er im Rahmen des internationalen Sportereignisses am Fichtelberg zu Gast und hält zur Eröffnung des Begleitprogrammes am 28. Februar die Predigt im Jugendgottesdienst. Den passenden Sound dazu liefert die Band 150 PS aus Crottendorf.

Zu den Gastpredigern in diesen Tagen gehört unter anderem auch Thomas Seidel aus Schneeberg. Er war lange Sportpfarrer in Sachsen und engagiert sich im Verein "Sportler ruft Sportler". Der ist 1971 als eine christliche Non-Profit-Sportorganisation gegründet worden und agiert seit 1986 als eigenständiger eingetragener Verein im Sportbund Rheinland. Der Verein fördert und begleitet Sportler aller Alters- und Leistungsklassen sowie Menschen in deren Umfeld. Diese Begleitung erfolgt durch unterschiedliche Angebote und in verschiedenen Lebens- und Sportsituationen. Thomas Seidel wird die Predigt im Abschlussgottesdienst am 8. März halten. Dazwischen gibt es Swing für den Herrn mit einer Projektband und einem Chor aus Stollberg, geistliche Klänge aus Osteuropa, eine Taize-Andacht im Kerzenschein und vieles mehr und natürlich jedes Tag offene Kirchentüren - nicht nur für die jungen Sportlerinnen und Sportler.

Für eine kleine Kirchgemeinde wie die an Fichtelberg und Bärenstein durchaus eine Herausforderung. "Ein Veranstaltungsangebot in dieser Größenordnung hatten wir noch nie", macht Pfarrer Kenny Mehnert deutlich. Doch er sieht das Ereignis auch als eine gute Gelegenheit, um Kraft, Zeit und Geld zu investieren". Auch, um mit Blick auf die von der Landeskirche genehmigte, derzeit aber noch unbesetzte Sonderpfarrstelle "Grenzerfahrung" zu zeigen: "In Wiesenthal geht was." Dabei hat er durchaus eine eigene Herangehensweise: "Die Stärke des Schwesternkirchverhältnisses nutzen, um in der Freiheit von Oberwiesenthal agieren zu können". Dabei spielt auch der ökumenische Gedanke eine wichtige Rolle, insbesondere die Unterstützung durch die katholische Gemeinde. Denn einige der Veranstaltungen finden in der noch vergleichsweise jungen Christkönigkirche statt. Sie ist erst im September 2001 durch den damaligen Bischof Joachim Reinelt geweiht worden. Und grundsätzlich geht der sportbegeisterte Kenny Mehnert auch dieses Projekt sportlich an: "Wenn es schiefgeht, lernen wir daraus. Ansonsten freuen wir uns."

Einen Flyer mit dem Programm der Kirchen zur Junioren-WM finden Sie online unter www.freiepresse.de/ jwmkirchenprogramm

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