20 Kilometer Umleitung für kleine Baustelle bei Schönheide

Für mehrere Wochen ist die Bundesstraße 283 als wichtigste Verbindung nach Eibenstock voll gesperrt. Wer Abkürzungen auf einer Trasse durch den Wald in Betracht zieht, muss mit strengen Kontrollen rechnen.

Schönheide.

Eine weiträumige Umleitungsstrecke müssen die Schönheider in Kauf nehmen, wenn in wenigen Tagen die Bundesstraße 283 nach Eibenstock wegen Bauarbeiten für mehrere Wochen voll gesperrt bleibt. Diese Umleitung führt über Carlsfeld, Wildenthal und Eibenstock (Staatsstraßen 276 und 275) aus Richtung Klingenthal - und über Stützengrün, Neidhardtsthal und Wolfsgrün aus Richtung Schönheide.

Ursprünglich war der Baubeginn für den 11. Juni angekündigt. Wie die Abteilung Straßen und Verkehr des Landratsamtes Erzgebirgskreis auf Nachfrage mitteilt, wurde der Termin auf den 19. Juni verlegt. Mitarbeiter Benjamin Kaden weiß davon, dass sich die Arbeiten an der Brücke über die Mulde verzögert haben. Deren Beendigung wollte man vor Beginn der Arbeiten an der Straße nach Eibenstock abwarten.

Zur jüngsten Gemeinderatssitzung hatten mehrere Gemeinderäte ihre Bedenken wegen der weiten Umleitungsstrecke geäußert. Unter anderem für Eibenstocker, die bei ESAutomobilguss arbeiten, sei es eine Zumutung, täglich an die 20 Kilometer mehr in Kauf nehmen zu müssen. Wie Amtsverweser Eberhard Mädler (UWG) informierte, lassen sich die Bauarbeiten nur unter Vollsperrung durchführen, weil in dem Bereich Granit gesprengt werden muss.

Stromnetzbetreiber Mitnetz will zwischen der Einmündung der Staatsstraße 277 und dem Abzweig Auerbacher Straße in Eibenstock auf einer Länge von 2,5 Kilometer zwei neue Mittelspannungskabel und ein Leerrohr für die Telekom verlegen. Parallel zu diesen Arbeiten lässt der Sachsenforst Baumfällungen im Sperrbereich durchführen.

Für Schönheide bringtdie Baustelleeine zusätzliche Straßensperrung, weil noch immer an der Staatsstraße 278 im Dorf Richtung Auerbach gebaut wird. Auch dort gilt eine weiträumige Umfahrung, nur Ortskundige kennen die Schleichwege. "Von der Straßenbaubehörde wird gesagt, dass man natürlich die jetzt anstehenden Arbeiten an der S283 verschieben könnte. Doch im nächsten Jahr oder allen Jahren darauf kommen andere Sperrungen auf die Region zu", warb Mädler zur Gemeinderatssitzung um Verständnis. Dabei wurde darauf angespielt, ob nicht eine näher liegende Umfahrung möglich sei. Gemeint ist damit die alte Eibenstocker Straße, die mitten durch den Wald führt. Vom Sachsenforst wurde abgelehnt, diese als Umleitung zu nutzen.

"Dieser Weg ist nicht annähernd im Zustand einer öffentlichen Straße, eng, nicht ausgeschnitten", sagt Stephan Schusser, Leiter des Forstbezirks Eibenstock. Es gab bereits zwischen 30 und 40 Anrufer, die wegen einer Sondergenehmigung zur Durchfahrt nachgefragt haben. Allen hat Schusser eine Absage erteilt. "Außerdem sind wir als Forst nicht autorisiert, die Anordnung des Landratsamtes für die Umleitung außer Kraft zu setzen."

Einzige Alternative, Zeit und Nerven zu sparen: Der Linienbus darf auf dieser Trasse verkehren. Wie Jörg Meichsner vom gleichnamigen Busbetrieb sagte, soll dieser wochentags stündlich zwischen 5 und 19Uhr verkehren. "Wer dennoch die verlockende Abkürzung mit dem Auto nimmt, muss damit rechnen, abgestraft zu werden", so Mädler. Polizei und Forst hätten intensive Kontrollen angekündigt.

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