8 Stunden, 24 Minuten, 56 Sekunden

Thomas Hofmann hat ungebührlich viel Zeit in Warteschleifen und Hotlines der Telekom verbracht - um sein Telefonproblem zu lösen.

Dorfchemnitz.

Es ist umgerechnet ein ganzer Arbeitstag. "Nur, dass es auch noch in meinem Urlaub geschah", sagt Thomas Hofmann. Vor ihm ein Notizblock, kariertes Papier - er zeigt auf diese Zahlenreihe: 8 Stunden, 24 Minuten, 56 Sekunden.

Das ist die Zeit, die Hofmann innerhalb von vier Wochen insgesamt in einer Warteschleife verbringen musste oder - bei Erfolg - mit einem Service-Mitarbeiter redete. Warum? "Wir wollten unseren Festnetzanschluss auf schnelles Internet umstellen", so Hofmann. Drei Nummern haben sie für einen Anschluss im Haushalt, wegen der zwei Kinder. Nur, es ging vieles schief mit dem Router, dem neuen Signal - und mit der Telekom. "Dies und der plötzliche finanzielle Mehraufwand ärgerten mich. Daraufhin habe ich den Auftrag am 25. August über die Service-Hotline stornieren lassen." Nur: Die Telekom stellte die Anlage am 29. August trotzdem um.

Und dann? Die Dorfchemnitzer Familie konnte vier Wochen nicht telefonieren. "Uns haben schon Verwandte über Bekannte fragen lassen, wo wir abgeblieben sind", sagt Angela Hofmann. Via Handy hat derweil Thomas Hofmann versucht, über die Service-Telefonnummern auf ihr Problem aufmerksam zu machen, gar eine Lösung zu finden. "Ich war in Call-Centern in Bremen, Berlin, Düsseldorf, Leipzig, Dortmund und Magdeburg", so der Mann. Das läppert sich - im Fall Hofmann auf 8 Stunden, 24 Minuten, 56 Sekunden. "Ich bin dann schon immer rausgerannt, wenn mein Mann wieder und wieder alles von vorn erklären musste. Es machte mich wahnsinnig. Wir wollten doch einfach nur unsere alte Festnetzverbindung wiederhaben", so Angela Hofmann.

Am 6. September hieß es dann, dass am nächsten Tag jemand kommt. "Als sich bis zum Abend immer noch nichts getan hatte, erfuhr ich bei einem weiteren Anruf mit der Service-Hotline, dass der Auftrag - von wem auch immer - wieder gelöscht wurde", so Hofmann. Statt dessen bekam er öfters eine SMS von der Telekom, dass sie mit Hochdruck am Problem arbeiten würden. Immerhin: Ein Telekom-Brief vom 21. September gab den Hofmanns eine Pin-Nummer. Eine Pin-Nummer? "Damit konnten wir bei jedem Anruf wenigstens künftig immer mit demselben Kundenberater reden, der dann schon von unserem Anliegen wusste", so Thomas Hofmann. Mit Erfolg: Kurze Zeit später hatte die Familie ihren alten Festnetzanschluss wieder.

Der Fall ähnelt dem der Stollberger Bäckerei Weißbach. Beim Umstellen des dortigen Kassensystems auf Internetbasis war die Firmenzentrale zwei Wochen lahmgelegt. Bis heute hat sich die Telekom dazu nicht geäußert. Und bei den Hofmanns? In einem Brief an die Familie erlässt der Konzern den Dorfchemnitzern eine Monatsgebühr.

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