Affenhitze lässt Wüstenfuchs kalt

Minischwein in der Suhle, Emu unter der Dusche oder Alpaka im Pool - die Tiere im Auer Zoo der Minis bekommen eine extra Abkühlung. Allerdings beginnen einige, sich erst bei 40 Grad wohl zu fühlen.

Aue-Bad Schlema.

Wer die Tiere im Auer Zoo der Minis dieser Tage aktiv in ihren Gehegen sehen will, sollte sie möglichst zeitig am Morgen besuchen. "Ab dem Mittag sucht sich jedes auf seine Weise ein schattiges Plätzchen und döst", weiß Tierpfleger Sandro Uhlig aus Erfahrung. Es gilt der Grundsatz: Möglichst wenig bewegen. Viele bleiben da gleich im Stall.

Die Gehege sind so gebaut, dass sie sowohl sonnige als auch schattige Bereiche bieten. Während die Kängurus sich schon am Vormittag ins schattige Gras legen, staunt man über Fenek Filou, der sich selbst bei fast 30 Grad Außentemperatur unter der Wärmelampe im Haus rekelt. "Feneks sind Wüstenfüchse, denen kann es gar nicht warm genug sein", sagt Sandro Uhlig. Gleiches gilt für die Zwergmangusten, deren Heimat ebenfalls Afrika ist.


Bei anderen haben die Tierpfleger schon vor Tagen geholfen, dass sie aus ihrem dicken Pelz kommen. Die Alpakas sind frisch geschoren. Zusätzlich wird ihnen ein Planschbecken angeboten. Dass sie es tatsächlich mögen zu baden, haben die Tierpfleger eher zufällig herausgefunden. Sie wunderten sich, dass ständig der Wassertrog im Gehege der aus den Anden stammenden Kamelart völlig verdreckt war. Bis sie eines Tages beobachteten, wie ein Alpaka tatsächlich hineinstieg und badete. Als Sandro Uhlig den Beweis dafür antreten will, trauen die Huftiere dem Ganzen nicht. Kann auch daran liegen, dass sie das neue Planschbecken im Elefant-Design noch nicht kennen, überlegt er. Im Vorbeigehen werfen sie darauf einen griesgrämigen Blick - baden geht dieses Mal keins. Futter hat für den Moment Vorrang.

Frisch geduscht hat bereits Emu Curly, und auch bei den Vögeln und Servalen stehen zusätzlich Badebecken. Normalerweise lassen sich die Servale Kenzo und Joy auch mal dazu verlocken, mit dem Strahl aus dem Wasserschlauch zu spielen. Aber auch die in der afrikanischen Grassteppe beheimateten Katzen sind heute skeptisch. Sie haben ihre eigenen Tricks, um sich bei Hitze Linderung zu verschaffen, so stehen bei ihnen die Mäuler offen. Sandro Uhlig gibt nicht gleich auf und setzt einen ganzen Teil des Gehegebodens unter Wasser. "Später kommen die beiden und legen sich dort hin", ist er sich sicher. Und so ganz nebenbei wurde der Bambus ordentlich gegossen. Andere Tiere, wie die Zwergseidenhühner, scharren sich Kuhlen in den Boden.

Nicht lange bitten lassen sich die Zwergotter Ferrett und Bruce. Das Wasser ist ihr Element, dort tauchen sie immer wieder unter und spielen auch miteinander. "Bei allen Tieren schauen wir darauf, dass immer genug Trinkwasser vorhanden ist", sagt Sandro Uhlig. In gefrorener Form gibt es das an ganz heißen Tagen für die Affen. Zwei Eisbomben werden in die Gehege gehängt. Im Wasser eingefroren sind Zucchini, Äpfel, Orangen, Tomaten, Ananas und Bananen. "Das gibt es nicht oft, weil es sonst seinen Reiz verliert", so der Tierpfleger. Die Affen sind schlau, und anstatt sich um die Eisbomben zu prügeln oder mühevoll die Früchte aus dem gefrorenen Block zu puhlen, warten sie ab, bis die Eisbomben von allein schmelzen und sammeln dann Obst und Gemüse vom Boden auf. Fips, der Chef der Affenbande, beansprucht dabei den besten Platz am Buffett. Traut sich ein rangniederes Tier vor ihm ran, dann gibt es Zoff.

Warm und trocken, das können alle Tiere besser verkraften als kalt und nass. "Das macht keinen Unterschied zu uns Menschen", sagt Sandro Uhlig. Und was macht der Tierpfleger bei dieser Affenhitze? "Viel trinken, immer schön langsam machen und einen Sonnenhut tragen."

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