Aktion Kinderherzen hilft Beschäftigten in Kurzarbeit

Die Mitstreiten treten seit Jahren an, um Kindern in Not zu helfen. Dafür erhalten sie großzügige Hilfe von Firmen. Jetzt war Gelegenheit, mal den Sponsoren zu helfen.

Aue/Schwarzenberg.

Es sind jene Kinder, die nicht im Überfluss groß werden und deren Eltern nur über ein schmales monatliches Einkommen verfügen, denen sich die Aktion Kinderherzen normalerweise widmet. Für sie werden Schuhe oder warme Wintersachen gekauft, ein neues Bett beschafft oder die Zuckertüte gefüllt. Und damit die Frauen und Männer, die hinter der Aktion stehen, all dies tun und bezahlen können, helfen Jahr für Jahr etliche Firmen und Sponsoren aus der Region, den Kontostand der Kinderherzen nicht auf Null sacken zu lassen.

"Wir haben sehr viele Sponsoren in der Region, die regelmäßig an uns denken und uns mit großen Summen großzügig unterstützen", sagt Christine Matko, Schirmherrin der Aktion. Sie und Ursula Sumpf sind seit 18 Jahren das Duo an der Spitze der Kinderherzen. "Jetzt, aber - angesichts der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Kurzarbeit in vielen Firmen - bietet sich die Gelegenheit, mal etwas an die treuen Unterstützer zurückzugeben." Das sagt Stefanie Albert, die seit Jahren zu den Kinderherzen gehört und für sie die Finanzen verwaltet. "Wir haben Gutscheine geholt und sie an Familien in den Firmen ausgereicht, wo Kurzarbeit derzeit das Einkommen der Beschäftigten schmälert. Zum Beispiel für Alleinerziehende ist das hart", sagt die junge Frau. "Es ist zwar nur eine Geste. Das rettet keinen. Aber so konnten wir uns mal erkenntlich zeigen", erklärt Christine Matko, die stets einen engen Kontakt zu den Sponsoren der Aktion pflegt.

Marlies Schmid ist so eine Frau, die eigentlich in der Küche der "Köhlerhütte Fürstenbrunn" arbeitet, und nun mit Kurzarbeitergeld auskommen musste. "Ich habe mich wirklich riesig gefreut über den Gutschein. Das hat einfach nur super gut getan, dass man merkt, da denkt jemand auch mal an dich", sagt die 50-jährige Mutter von vier Kindern. Zwar wohnen nicht mehr all ihre Sprösslinge zu Hause, aber irgendwie bedacht werden sie dennoch - selbst wenn sie mittlerweile eigene Wege einschlagen. Auch ihr Chef, Heiko Schmidt als Inhaber der Köhlerhütte, sieht in dieser Aktion der Kinderherzen eine tolle Geste für ein gutes Miteinander. Er und sein Team ermöglichen oft den bedürftigen Kindern über die Kinderherzen frohe Ferientage zum Beispiel im nahen Hollandheim von Waschleithe zu erleben. Nun, da der Herd in seiner Küche über viele Wochen kalt bleiben musste, freut er sich, dass die Kinderherzen auch mal an "seine Leute" gedacht haben. "Find' ich wirklich prima", sagt er.

Ähnlich begeistert äußert sich Frank Burger, Inhaber des Reprozentrums in Schwarzenberg und ebenfalls langjähriger Unterstützer der Aktion. Diesmal konnten sich drei seiner Angestellten über Gutscheine freuen. Er musste Kurzarbeit für seine Leute beantragen, darunter auch Mütter mit Kindern sowie Alleinerziehende. "Wir haben uns wirklich sehr darüber gefreut", sagt eine von ihnen, die gleich im Namen aller drei Mütter spricht. Sie wollen indes namentlich nicht genannt werden.

Kein unerheblicher Nebeneffekt des Ganzen ist die Umsatzhilfe für die Fleischer und Bäcker aus der Region, bei denen die Gutscheine eingelöst werden konnten. "Insgesamt haben wir gut 300 Gutscheine mit unterschiedlichen Werten ausgegeben", sagt Stefanie Albert. Denn es waren weit mehr Familien in Kurzarbeit, die bedacht wurden. Auch mit Gutscheinen fürs Schuhhaus Wagner, denn im Frühjahr drückt bei den meisten Heranwachsenden der Schuh.

Mit dem Umsatz in der eigenen Stadt hilft die Aktion nicht nur den Familien, die durch Kurzarbeit wenige Geld in der Tasche haben, sondern auch den Geschäften. Schirmherrin Christine Matko: "Wir haben das Geld, und leider mussten wir ja auch unser diesjähriges Ferienlager absagen."


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