Alle Schulen im Kreis auf Jahre bestandssicher

Kreistag verabschiedet einstimmig das fast 1000-seitige Dokument

Erzgebirge.

Der Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung die Schulnetzplanung für den Erzgebirgskreis einstimmig bestätigt. Die erfreuliche Grundaussage des 927 Seiten umfassenden Dokuments für Kommunen, Eltern und Schüler lautet: Alle allgemeinbildenden Schulen sowie die Schulen des zweiten Bildungsweges im Erzgebirgskreis sind für die nächsten Jahre bestandssicher.

Trotzdem gab es in der Sitzung, die coronabedingt erneut im Areal des Auer Erzgebirgsstadions stattfand, einigen Grund zur Diskussion. So bemängelte SPD-Fraktionschef Jörg Neubert "den pessimistischen Ansatz der Demografie" in dem Dokument. "Ich finde es nicht gut, wenn man nicht an die Zukunft des Erzgebirges glaubt", kommentierte er die der Schulnetzplanung zugrunde gelegte niedrige Geburtenprognose. So wird von einem Rückgang der unter Sechsjährigen im Landkreis von 2014 bis 2030 von bis zu 33,2 Prozent ausgegangen. Zugleich mahnte Neubert an, die Planungen permanent zu aktualisieren, etwa, wenn eine Kommune beschließt, eine Gemeinschaftsschule einzurichten.

Landrat Frank Vogel (CDU) versicherte, wenn es die Notwendigkeit zu einer Aktualisierung geben sollte, würde diese umgehend vorgenommen. Zugleich stellte er klar, dass er sehr wohl an die Zukunft des Erzgebirges glaube. Trotzdem müsse man sich an die Fakten halten. Und da gehe die Statistik eben von weniger Geburten in den nächsten Jahren aus. Er allein könne das nicht ändern, sagte Vogel und witzelte: "Ich bin schließlich nicht August der Starke." Grüne-Fraktionschefin Ulrike Kahl sprang ihm bei und umriss die Dimension einer solchen Aufgabe. Allein um die hohe Sterberate im Landkreis auszugleichen, müsste jede Erzgebirgerin sieben Kinder bekommen. Sie habe nur vier Kinder, und schon das sei "der Hammer".

Der Chef der CDU/FDP-Fraktion Sylvio Krause wiederum griff Neuberts Einwurf mit der Gemeinschaftsschule auf. Diese neue Möglichkeit im Schulgesetz sei eher etwas für Großstädte. "Im ländlichen Raum hingegen wird das bestimmt nicht funktionieren", orakelte Krause. Dafür müssten sich viele Kommunen zusammentun und dann eigene Schulen zugunsten einer großen schließen. Dies erfordere aber wahrscheinlich ein "extremes Neubauprogramm", wofür aber eigentlich kein Geld da sei.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.