An die Stricknadeln, fertig, los!

Jeder neue Erdenbürger, der in den Kliniken Erlabrunn das Licht der Welt erblickt, bekommt eine Strickmütze geschenkt. Nun hat ein Aufruf bei Facebook Hunderte Stricklieseln vernetzt.

Erlabrunn.

Ob weiß oder grün, geringelt oder mit Bommel - die Auswahl an winzigen Mützen ist groß. Doch sie liegen nicht in einem Geschäft, sondern in einer Kiste, und die steht im Kreißsaal der Kliniken Erlabrunn. "Jedes Baby bekommt von uns ein solches Mützchen und dazu auch Schuhe", sagt Hebamme Kathrin Rothe. Das sei auch kein Werbe-Gag für Wolle, sondern ein wichtiger Schutz für die Babys. Schließlich kommen sie gerade aus einer "konstant warmen Umgebung", und viele von ihnen könnten ihren Wärmehaushalt allein noch nicht so gut regulieren. Zudem entweiche über den Kopf die meiste Wärme, erklärt die Hebamme.

Mütze und Schuhe sind ein Geschenk. Doch es bedarf ständig Nachschub für die bunten Hüllen. Also nutzten die Hebammen die moderne Technik und starteten über das soziale Netzwerk Facebook einen Aufruf an alle, die stricken oder häkeln können und Lust haben, so kleine Mützen und Schuhe zu fertigen. "Der Zuspruch war überwältigend", weiß Mandy Knoch, die Pressesprecherin der Kliniken.

Bis gestern wurde der Aufruf im Netz 370-mal geteilt und hat insgesamt 33.000 Nutzer erreicht. "Das ist doch verrückt", sagt Knoch, die das auch im Büro zu spüren bekommt. Denn täglich würden etliche Anrufe und Anfragen zur Aktion eingehen: Welche Größen werden gebraucht? Welche Wolle sollte es sein? Das sind nur zwei von -zig Fragen, die gestellt werden. "Ich hab' Wolle, kann aber selbst nicht stricken", auch das sind Hilfsangebote. "Wir freuen uns natürlich riesig, dass uns so viele helfen wollen", sagt Hebamme Kathrin Rothe. Auch Kolleginnen von der Station nadeln eifrig. Schließlich sind in diesem Jahr schon mehr als 330 Kinder in Erlabrunn geboren worden. Heißt: 330 Mützen und ebenso viele Paar Schuhe oder Söckchen wurden bereits verschenkt. "Wir brauchen noch ein paar bis zum Jahresende", so die Hebamme.

Hier noch ein paar wichtige Hinweise für alle, die für die neuen Erdenbürger tätig werden wollen: Benötigt werden gestrickte oder gehäkelte Mützen für einen Kopfumfang zwischen 35 und 40 Zentimetern. Die "Schuhe" oder Socken müssen an kleine Füße von sechs bis sieben Zentimeter Länge passen.

Welche Wolle verwendet wird, sei eigentlich egal, sagen die Frauen im Kreißsaal. Allerdings sollte sie weder kratzen noch irgendwelche Glitzerfäden oder Fransen enthalten. "Die fertigen Mützchen müssen außerdem gewaschen werden. Auch, wenn es neue Wolle ist", betont Kathrin Rothe. Schließlich gehen die Fäden bei der Herstellung durch die Hände, oder die Strickarbeit wird hier und da mal abgelegt. Der Fantasie und der Kreativität seien sonst keine Grenzen gesetzt.

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