Angler sorgen sich um Gewässer - Die Fische tauchen ab

Weil es so lange nicht geregnet hat, sinken die Wasserstände. Sind die Bewohner von Flüssen und Seen in Gefahr?

Aue/Schwarzenberg.

Falk Schurig wünscht sich endlich ein paar kräftige Gewitter. "Das würde die kleineren stehenden Gewässer auffrischen." Der Geschäftsführer des Angelfischereivereins Aue hat unter anderem den Carolateich in Aue im Blick. Dessen Wasserstand liegt aktuell 20 Zentimeter tiefer als normal, was 1,65 Meter wäre. Der Überlauf zur Mulde liegt seit 14 Tagen trocken. "Der Zschorlaubach, der Zulauf zum Carolateich, ist nur noch ein Rinnsal", weiß Schurig. Über den unterirdisch verlaufenden Walter-Graben kommt so gut wie kein Wasser mehr an. Ein Fischsterben befürchtet er trotzdem nicht. "Die Fische halten sich in tieferen Schichten des Gewässers auf, dort ist es vier bis fünf Grad kühler als an der Wasseroberfläche."

Genauso würden sie das in Fließgewässern tun. Für diese macht sich Schurig in Bezug auf die Fische gar keine Sorgen. "Die Flüsse in der Region haben noch genügend Wasser. Die Verwirbelung an den Steinen bringt frischen Sauerstoff." Der Angelfischereiverein betreut die Mulde, das Schwarzwasser, den Oswaldbach und die Große Mittweida vom Pumpspeicherwerk in Markersbach bis zum Schwarzwasser in Schwarzenberg. Einen Kontrollplan gibt es nicht - das wird sporadisch gemacht. Jede Ortsgruppe bekommt ein Gewässer zugewiesen, achtet dort auf Ordnung und Sicherheit und den biologischen Zustand. "Nachdem wir in den letzten Jahren Achterbahn-Sommer hatten, ist die Situation jetzt schon außergewöhnlich", sagt Schurig. Ein Fischsterben wurde bislang aber noch nirgendwo festgestellt. Fische sind wechselwarme Tiere, steigende Temperaturen regen ihren Stoffwechsel an, womit ihr Sauerstoffbedarf höher ist. Zunehmender Bewuchs mit Wasserpflanzen trägt ebenso dazu bei, dass sich der Sauerstoffgehalt im Wasser verringert. "Wir haben hier noch wenig Sorgen mit den Wasserpflanzen, in anderen Regionen sieht es da wegen des Eintrags durch die Landwirtschaft in die Gewässer anders aus", schätzt Schurig ein.

Auch der Carolateich in Aue hat aufgrund von Algenbewuchs eine grünliche Farbe angenommen. "Im Frühjahr war er glasklar, da konnte man sogar die Hechte am Grund sehen", sagt Schurig. Je aktiver die Fische aber werden und je mehr sie gründeln, um so mehr wird auch der Schlamm vom Boden aufgewirbelt. Die Wassertemperatur liegt aktuell bei etwa 23 Grad. Positiv für den Teich ist, dass stündlich für 15 Minuten die Fontäne sprudelt. Über den Luftkontakt wird dem Wasser wieder Sauerstoff zugeführt, die Fontäne fungiert wie ein Kühlturm.

Im Carolateich leben hauptsächlich Karpfen und Plötzen, sehr große Schleien und Hechte. Vorbehalten ist das Gewässer den Junganglern des Auer Vereins. Dieser hat mit der Stadt einen Pachtvertrag geschlossen. Wie es läuft stimmt Falk Schurig zufrieden: Die Jugendlichen kümmern sich um Sauberkeit und Ordnung, die Stadt übernimmt die Pflege des Grüns rundum.

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