Angriff im Erzgebirgsstadion Aue - Fans waren nicht in Lila-Weiß erschienen

Fans des FC Erzgebirge schlugen auf Zwickauer ein. Eine Kamera filmte sie dabei. Nun folgte das Nachspiel vor Gericht.

Aue.

Der FC Erzgebirge Aue spielte an jenem 27. Februar 2019 eigentlich gegen den 1. FC Köln, nicht gegen Zwickau. In der Halbzeitpause kam es dennoch zu einem Schlagabtausch zweier FCE-Fans mit zwei Zuschauern aus der Schumannstadt. Diese Woche landete der Vorfall vor dem Amtsgericht Aue. Dort waren die beiden FCE-Fans wegen vorsätzlicher Körperverletzung angeklagt.

"Ich wollte nur Fußball gucken", sagte einer der Zwickauer (21) als Zeuge aus. "Vor dem Klo wurden wir angesprochen. Wo wir herkommen. Ich sollte meinen Ausweis zeigen. Es hat sich dann hochgeschaukelt. Mit Schubsen ging es los, mit leichten Schlägen ging es weiter. Dann kamen immer mehr Auer Fans dazu. Das ist ja verständlich, aber wenn es heißt, hier sind die Zwickauer, helft alle mit, das geht doch nicht."

Die jungen Männer aus Zwickau waren den FCE-Fans, die aus Wildenfels und Schneeberg stammen, aufgrund ihrer Kleidung aufgefallen: Sie trugen kein Lila-Weiß. Sie standen zwar im Block der Auer Anhänger, aber neutrale Kleidung kam denen offenbar verdächtig vor. Außerdem hatte der Kölner Marco Höger kurz vor der Pause das 1:0 für die Gäste geschossen. Das stimmte die beiden Aue-Fans nicht gerade milde.

Die Angeklagten (19, 20) bestätigten, dass es zu einer Rangelei gekommen ist, stellten das Ganze aber als Reaktion auf Tätlichkeiten dar, die von den Zwickauern ausgegangen sein sollen. "Der eine hat mich bedroht. Er hat versucht, mir ins Gesicht zu schlagen. Ich habe mich dann mit einem Kick gewehrt", sagte der 19-Jährige Wildenfelser.

Warum er nicht einfach weggegangen sei, wollte Richter Lutz Herrmann wissen. "Das war nicht mehr möglich. Ich war in der Ecke. Ich habe mich reflexartig gewehrt", antwortete der junge Mann. Er lernt Kickboxen. Als sein Trainer von dem Vorfall im Stadion erfuhr, habe er ihn vom Training ausgeschlossen.

Vor Gericht stand Aussage gegen Aussage. Eine Überwachungskamera hatte das Geschehen jedoch gefilmt, sodass keine weiteren Zeugenaussagen mehr nötig waren: Die Bilder zeigen die Auer Fans, die zuschlagen und die beiden Zwickauer in der Defensive. "Die Security hat mich fixiert. Die haben uns beschuldigt, angefangen zu haben", sagte einer der Zwickauer. "Ich habe mich ungerecht behandelt gefühlt."

Das Gericht verurteilte den Wildenfelser wegen Körperverletzung zu 500 Euro Strafe. Das Geld muss er an den EHV Aue zahlen. Der Schneeberger soll wegen versuchter Körperverletzung 350 Euro an die Lernförderschule Schwarzenberg überweisen. Das Urteil ist rechtskräftig.

4Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    2
    Distelblüte
    14.12.2019

    Einen echten Aue-Fan erkennt man also am Aussehen. Das ist genauso bescheuert wie die Vorstellung, man würde einen Deutschen am Aussehen erkennen. Aber auch diese Idee hat ihre Fans, leider.

  • 2
    1
    Zeitungss
    14.12.2019

    Fußball und seine Nebenwirkungen, man sollte es zumindest nicht mehr als Sport bezeichnen bzw. bei solchen "Veranstaltungen" mit entsprechender Schutzausrüstung auftreten.

  • 1
    5
    CPärchen
    13.12.2019

    Die Auer Fans wurden verurteilt. Sie kamen aber nicht aus Aue, sondern aus Schneeberg und Wildenfels.

  • 3
    11
    franktellmi
    12.12.2019

    Das Gericht verurteilte den Wildenfelser wegen Körperverletzung zu 500 Euro Strafe. Das Geld muss er an den EHV Aue zahlen. Der Schneeberger soll wegen versuchter Körperverletzung 350 Euro an die Lernförderschule Schwarzenberg überweisen.
    Ist das ein Textfehler oder bedeutet das , wenn mich die Auer verkloppen sollte ich mich nicht wehren, damit ich nicht verurteilt werde?



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