Angst vor Tierseuchen bleibt

Nach einjähriger Pause konnte am Samstag und Sonntag die Kreisjungtierschau in Bad Schlema wieder durchgeführt werden. Die Nachwuchssorgen aber bleiben.

Bad Schlema.

Am Wochenende fand in der Turnhalle neben dem Rathaus in Bad Schlema die Kreisjungtierschau des Altlandkreises Aue-Schwarzenberg statt, veranstaltet vom Rassekaninchenzüchterverein S476 Schneeberg/Neustädtel. Insgesamt nahmen 48 Züchter aus 15 verschiedenen Vereinen teil. Es konnten 285 Tiere aus 30 verschiedenen Rassen begutachtet werden. Davon erhielten 28 Kaninchen die beste Note "vorzüglich".

Im vergangenen Jahr musste die Ausstellung aufgrund der Chinaseuche ausfallen, da es zu dem Zeitpunkt dagegen noch keinen Impfstoff in Deutschland gab. "Ich habe selbst 32 Tiere eingebüßt. Nur zehn Kaninchen hatten überlebt", klagt Ulrich Dietel, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Mittlerweile gibt es den Impfstoff. Dietel empfiehlt Züchtern, trotz der Kosten ihre Tiere impfen zu lassen. Allein in diesem Jahr hat der 69-Jährige schon 300 Euro für die Impfungen ausgegeben. Er sagt: "Jedes Hobby kostet Geld. Früher gab es solche Krankheiten und solche teuren Impfungen nicht. Für jeden Züchter ist dies eine enorme Belastung." Er warnt: "Es ist jederzeit möglich, dass es bald wieder eine neue Seuche geben wird, gegen die erst ein Impfstoff gefunden werden muss."

Aktuell hat der Verein sieben Mitglieder, darunter auch ein Jungzüchter. Es war ein Kraftakt, eine solche Ausstellung zu stemmen. Die Vorbereitungen begannen vor sechs Wochen, der Aufbau dauerte eine Woche. "In unserem Ort gibt es eine Vielzahl an Züchtern, die aber keinem Verein beitreten wollen. Die Gründe dafür kenne ich leider nicht", sagt Dietel. Schließlich habe die Mitgliedschaft in einem Verein Vorteile. Zum einen werden Impfungen, das Heu oder auch das Stroh zentral organisiert. Zum anderen können die Züchter untereinander ihre Erfahrungen austauschen. Die Nachwuchsarbeit erschwere, dass jungen Leuten oft die Zeit für das Hobby fehlt, weil sie zum Arbeiten in die alten Bundesländer pendeln. "Wir waren schon in Schulen oder haben Kindergärten zu uns eingeladen. Bislang hat noch nichts zu Erfolg geführt", sagt der Schneeberger.

Trotz der Hitze ging es den Kaninchen zur Ausstellung in der Turnhalle gut. Sie bekamen immer ausreichend Wasser und eine Anlage sorgte für Frischluft. "Die Tiere haben es hier teilweise besser als in den heimischen Ställen", versicherte Ulrich Dietel mit einem Schmunzeln. Aber auch sie hätten natürlich mit der Hitze zu kämpfen.

Die nächste Ausstellung des Vereins ist die Herbstschau am 20. und 21. Oktober, ebenfalls in der Turnhalle neben dem Rathaus in Bad Schlema.

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