Ansturm auf die Lößnitzer Unterwelt

Die dritte Auflage des Lößnitzer Keller- und Gewölbefestes kann als voller Erfolg verbucht werden. Doch der Gang unter dem Johannisplatz bleibt nach wie vor rätselhaft.

Lößnitz.

Die Straßen in Lößnitz schienen am Samstagabend wie leer gefegt. Was allerdings nicht heißt, dass in der Stadt nichts los ist! Denn das Geschehen in der Muhme hat sich am Samstagabend in der Unterwelt der Altstadt abgespielt.

Beim 3. Lößnitzer Keller- und Gewölbefest erhielten Besucher nämlich erneut Gelegenheit, einzigartige und außergewöhnliche Plätze der Stadt zu entdecken. Über die gesamte Altstadt verteilt, gab es 20 Veranstaltungsorte - 18 davon haben sich in Kellern und Gewölben abgespielt.


Die Lößnitzer Gastgeber haben einen unheimlichen Ansturm erlebt, und keiner der Organisatoren oder Mitwirkenden - alles engagierte Bürger und Vereine - vermochte zu sagen, wie viele Menschen am Samstagabend tatsächlich auf den Beinen gewesen sind und die unterirdischen Orte besucht haben.

Besonders spannend: Im Gewölbekeller am Johannisplatz 4 gibt es einen Gang, der nach gut 40 Metern im Fels endet. Haus-Besitzerin Christin Hahn sagt dazu: "Das Haus ist ein Mehrfamilienhaus und wurde in der Zeit zwischen 1910 und 1920 gebaut. Was den Stollengang angeht, wissen wir leider nichts Nachhaltiges und auch nicht, wofür er gedacht war und genutzt worden ist. Was wir aber festgestellt haben, ist, dass der Gang hinter der Stadtmauer endet. Alles andere sind nur Mutmaßungen." Wie die 29-Jährige erklärt, sei die Resonanz auf das Angebot der offenen Keller enorm gewesen: "Wie auch letztes Jahr schon. Wir haben diesmal extra vorgesorgt, aber Essen und Trinken reichen wohl wieder nicht aus. Das Keller- und Gewölbefest ist eine ganz tolle Aktion."

In fast jedem der Keller oder Gewölbe erklang für die Gäste Musik. 13 Bands und Solokünstler waren eingebunden, und auch für das leibliche Wohl der Besucher war gesorgt. Doch mancherorts waren die Vorräte tatsächlich zu fortgeschrittener Stunde aufgebraucht, weil doch sehr viele Gäste auf Entdeckungstour gegangen sind.

Im Gewölbekeller Johannesstraße Nummer 20 hatte beispielsweise das Duo Wohnzimmer mit Robin Scheinpflug und Robert Wandelt für gute Unterhaltung gesorgt. Das Gebäude ist eines, das zur Wohnungsbaugesellschaft Lößnitz gehört. Robert Regener, einer der Geschäftsführer des Unternehmens, sagt: "Der Keller ist insofern spannend, als dass er einst eine Verbindung zur Stadtmauer hatte. Diesen Gang sieht man heute noch. Der Keller hat zwei Seitengänge. Zudem ist das Gewölbe richtig schön hoch gemauert, sodass man gut stehen kann."

Eingebracht hatte sich auch der Lößnitzer Brauereiverein, der in der alten Dampfbrauerei am Niedergraben seine Tore geöffnet hatte. Thematisch passend zur Veranstaltung wurden im Vorfeld vom Verein stolze 1350 Liter Lößnitzer Kellerbier angesetzt und zusätzlich ein Pilsner nach böhmischer Art mit Saazer Hopfen. Sven Nestler vom Brauverein zeigte sich überrascht: "Man hat uns förmlich überrannt."

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