Arbeiten an Bahnstrecke treffen Zwönitzer hart

Seit zwei Wochen läuft die Bauphase für das Chemnitzer Modell in der Region. Fahrgäste haben seither längere Wege - aber auch andere sind betroffen: Kraftfahrer in Zwönitz werden bald auf die Geduldsprobe gestellt.

Zwönitz/Aue.

Seit einigen Tagen verkehrt zwischen Aue und Chemnitz für mehr als ein Jahr kein Zug mehr. Auf der Bahnstrecke, die über Zwönitz führt, ist seit Mitte September Schienenersatzverkehr eingerichtet. Grund sind Bauarbeiten für die nächste Stufe desChemnitzer Modells, die begonnen haben. Das sieht vor, dass Straßenbahnen von Chemnitz bis nach Aue fahren. Nach Angaben des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) ist die Strecke deshalb voraussichtlich bis Ende 2019 gesperrt.

In dieser Zeit ersetzen zwei Buslinien die Bahn, sind jedoch länger unterwegs. Die Linie 361 bedient im Stundentakt den Abschnitt Aue-Thalheim-Burkhardtsdorf und die Linie 76 den Abschnitt Burkhardtsdorf-Einsiedel-Altchemnitz. Nicht nur die Fahrgäste haben nun aber längere Wege. Auch Kraftfahrer in Zwönitz trifft es bald hart. Wie der VMS ankündigt, soll der Bahnübergang am Bahnhof in Zwönitz nämlich aller Voraussicht nach im Frühjahr 2019 für vier Wochen komplett gesperrt werden. Mit der Bahnhofsstraße (Staatsstraße 283) ist damit eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt dicht, das Gewerbegebiet vom Zentrum abgeschnitten.

"In Abstimmung mit der Verkehrsbehörde des Erzgebirgskreises streben wir an, diese vierwöchige Sperrung möglichst komplett in die Schulferien zu legen", erklärt Sprecherin Jeanette Kiesinger. Wann genau mit den Bauarbeiten zu rechnen ist und welche Umleitung Autofahrer dann fahren müssen, ist aber noch unklar. Laut Kiesinger läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren. Für den Bus- und den Autoverkehr werde es vermutlich unterschiedliche Umleitungsstrecken geben, heißt es.

Carolin Freier vom Ordnungsamt der Stadt geht von keiner einfachen Baumaßnahme aus. "Aber es wird zu händeln sein", sagt sie. In der Zeit der Bauarbeiten würde wohl eine großräumige Umleitung ausgeschildert. Dafür zuständig sei das Landratsamt.

Bei den Arbeiten an der Stufe 2 des Chemnitzer Modells geht es im Kern um den Ausbau der Bestandsstrecke von Chemnitz nach Aue. Voraussichtlich ab 2020 sollen die Zweisystembahnen Citylink, die auf Straßenbahn- wie auch auf Eisenbahnschienen fahren können, bis ins Erzgebirge verkehren. Entlang der Bahnstrecke sind dafür umfangreiche Bauarbeiten erforderlich: Es werden neue Verknüpfungspunkte, Kreuzungsmöglichkeiten und Haltepunkte errichtet.

Im Zuge dieser Arbeiten wird der Bahnhof in Zwönitz zu einem Kreuzungsbahnhof ausgebaut. Dafür entstehen ein zweites Gleis und ein zweiter Bahnsteig. Der VMS rechnet mit einer Bauzeit von reichlich zehn Wochen. Weil sich das neue Gleis bis in den Bereich des Bahnübergangs erstreckt, muss auch an der Straße gebaut werden.

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