Arbeiten wir weiter!

Der Herbst 1989: Auch wenn ich damals noch sehr jung war, so erinnere mich doch sehr gut an die dramatischen Fernsehbilder von Massendemonstrationen, von der Maueröffnung und von Trabischlangen in Richtung Westen.

In diesen Wochen lernte ich viel über die deutsche Nation, die über die Jahrzehnte der Teilung hinweg doch fortbestanden hatte. Doch wohin würde die Reise gehen? Das Wort Willy Brandts vom Dezember 1989 gab uns Jüngeren Orientierung: "Es wächst zusammen, was zusammen gehört."

In den Anfangsjahren unterstützte Solingen die Partnerstadt Aue intensiv beim Aufbau einer demokratischen Verwaltung, half auch später, 2002, als die Innenstadt vom Hochwasser stark beschädigt worden war. Freundschaften entstanden; Vereine, Kirchengemeinden, Bürger knüpften das Freundschaftsnetz. Doch 30 Jahre, die seit dem Mauerfall vergangen sind, bedeuten auch einen Generationswechsel. Es ist nun Aufgabe meiner Generation, den Übergang der Städtepartnerschaft in die Zukunft zu gestalten.

Ich bin froh, dass mit dem Pyramidenanschieben in der Vorweihnachtszeit eine neue Solinger Tradition begründet worden ist, um deren Fortsetzung sich eine Interessengemeinschaft kümmert. Auf der Agenda für 2020 steht die Gründung eines neuen Freundschaftsvereins. Und beim Tag der Sachsen wollen wir Solinger mit dabei sein.

Auch die historische Aufgabe der Städtepartnerschaft von Solingen und Aue ist nicht erledigt und abgeschlossen. Formal ist die Einheit mit dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes am 3. Oktober 1990 zwar erreicht worden, aber in den Köpfen und Herzen vieler Mensch in Ost und West ist sie durchaus noch nicht vollzogen. Arbeiten wir also weiter daran!

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