Arbeiterwohlfahrt will Dementen und Angehörigen besser helfen

Die Lokale Allianz für Menschen mit Demenz gibt es seit 2014 im Raum Annaberg. In den nächsten zwei Jahren ist die hiesige Awo der Impulsgeber.

Aue/Schwarzenberg/Annaberg.

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Erzgebirge ist seit Monatsbeginn "Mitglied" der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz. Das ist kein verein, sondern ein Förderprogramm vom Bundesministerium, das jeweils für zwei Jahre Projekte förderte, die speziell dem Zusammenleben von Alt und Jung gewidmet sind.

"Es geht darin um das bessere Verstehen von Menschen, die an Demenz erkrankt sind und konkrete Hilfen für deren Angehörige", erklärt Kerstin Klöppel. Sie ist im Haus der Awo in Breitenbrunn die Ansprechpartnerin für dieses lokale Netzwerk, das aus dem Raum Annaberg nun nach Aue-Schwarzenberg ausgedehnt wird. In Annaberg gibt es diese Initiativen bereits seit 2014.

Andreas Kriesche, Vorsitzender des Erzgebirgischen Fördervereins für Seniorenarbeit, hat diese Fördermöglichkeit ausfindig gemacht und beantragt. "Wir betreuen und beraten ältere Menschen. Dabei geht es in erster Linie darum, ihnen zu erklären, wo sie welche Hilfen und Unterstützungen beantragen können", umreißt er die Tätigkeit.

2015 hat das Bürgerhaus in Drebach sich in das Projekt eingeklinkt. Dort ermöglicht Saskia Kuban speziell die Begegnung zwischen Jung und Alt, was die Scheu im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen nehmen soll.

Ähnliches schwebt auch Kerstin Klöppel vor. Sie selbst ist gelernte Altenpflegerin, hat Gesundheitsmanagement studiert und legt gerade ihren Master auf dem Gebiet der Alterswissenschaft ab. "Wir brauchen Angebote, die verbinden", sagt sie. Die Awo ist bereits etablierter Ansprechpartner. Sie unterhält das Bürgerbüro in Schwarzenberg-Sonnenleithe, den Heidetreff und ein Begegnungszentrum in Schneeberg. Alltagsbegleiter sind da im Einsatz. Doch es geht um mehr: Um Angebote für Menschen, deren Leben in irgendeiner Weise von Demenz tangiert wird. "Und das sind vom Enkel bis zu den pflegenden Angehörigen sehr, sehr viele", so Klöppel.

So gibt es bereits am 21. September im Rahmen der bundesweiten Woche der Demenz (19. bis 25. September) einen Abend im Ring-Kino Schwarzenberg. Dort wird ab 17 Uhr der Film "Honig im Kopf" gezeigt und anschließend kann in zwangloser Runde über den Film und das wahre Leben mit Demenz diskutiert werden. Im Oktober startet ein erster Basiskurs für pflegende Angehörige und die Arbeit im Heidetreff soll weiter ausgebaut werden. "Hier brauchen wir dringend neue Räume, die auch barrierefrei erreichbar sind", so Klöppel.


Lokale Allianz für Menschen mit Demenz

Dahinter verbirgt sich ein spezielles Förderprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Über 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Ihre Versorgung stellt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine immer wichtigere Aufgabe dar.

Deshalb hat der Bund in ganz Deutschland Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz ins Leben gerufen. Diese werden über einen Zeitraum von zwei Jahren mit jeweils 10.000 Euro gefördert.

Diese Lokalen Allianzen arbeiten auf kommunaler Ebene, bilden regionale Netzwerke, schaffen Angebote, damit Menschen mit Demenz ebenso wie ihre pflegenden Angehörigen nicht ausgegrenzt werden, individuelle Hilfen erhalten und so lange es geht in das gesellschaftliche Leben einbezogen bleiben.

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